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Tiere - Görlitz

Streunender Wolfswelpe in Quarantäne: Hybrid wird geprüpft

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Dresden (dpa/sn) - Der am vergangenen Montag in einem Wald bei Burkau (Landkreis Bautzen) gefundene mutmaßliche Wolfswelpe ist in der Wildtier-Quarantänestation im Görlitzer Tierpark. "Er darf nicht mit Menschen in Kontakt kommen", sagte Matthias Rau von der Fachstelle Wolf des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) am Samstag. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung haben die Spaziergänger, denen das gut vier Wochen alte weibliche Jungtier begegnete, es angefasst und ein Foto gemacht. "Es war nur eine kurze Zeit, wir wissen nicht, wie sich das auswirkt", sagte Rau. In anderen Fällen habe es trotzdem geklappt mit der Rückkehr in die Wildnis.

Laut Rau prüfen Experten derzeit, ob es sich um eine kleine Wölfin oder eine halbe Hündin handelt. Laut Wolfsverordnung und Bundesnaturschutzgesetz müssen solche Hybriden bis zur 3. Generation "entnommen" werden, um die Population nicht zu gefährden. "In den nächsten 14 Tagen sollte das Ergebnis vorliegen."

Die Spaziergänger hatten das Sächsische Wolfsmanagement alarmiert, nachdem das Jungtier winselnd auf sie zugelaufen war. Es war in die Auffangstation gebracht, versorgt und untersucht worden. Nach Angaben von Rau ist es möglich, dass die Mutter beim Umsetzen der Jungen in eine andere Höhle gestört wurde und der Nachwuchs verloren ging, oder das zunächst blind und taub geborene Tierchen flügge geworden sei. "Mit vier Wochen gehen die Augen auf und die Welpen auch allein auf die Suche."