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Tiere - Dobbin-Linstow

Jäger fordern Wolfsmanagement, sorgen sich um Schweinepest

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Linstow (dpa/mv) - Die Jäger in Mecklenburg-Vorpommern haben bei ihrem Jahrestreffen in Linstow (Landkreis Rostock) von der Politik klare Regelungen zum künftigen Umgang mit Wölfen gefordert. Die Bestände im Land entwickelten sich nach Aussage von Verbandspräsident Volker Böhning nachhaltig. Nach einigen wenigen Tieren vor zehn Jahren seien inzwischen mehrere Rudel unterwegs. Diese würden erhebliche Schäden anrichten. "Der Wolf jagt mit", so Böhning am Samstag. Anders als bei Nutztieren, über deren Verluste durch den Wolf detailliert Buch geführt wird, gibt es zu Schäden im Wildbestand keine konkreten Angaben.

Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) informierte die Jäger, dass auf der Bundesratssitzung am Freitag Regelungen zu einem "besseren Umgang mit dem Wolf" getroffen wurden. Diese sollen nach seiner Aussage nun auch schnell praxiswirksam werden. Ziel sei eine nachhaltige Koexistenz von Mensch und Wolf. Konkrete Angaben zum Inhalt machte er nicht. "Wölfe müssen künftig wieder vergleichsweise wie Rot- oder auch Rehwild gejagt werden dürfen. Wir sollten entscheiden, wie sich die Bestände in festgeschriebenen Gebieten entwickeln", unterstrich Verbandsvizepräsident Michael Constien die Forderung der Jäger nach Aufnahme des Wolfes in das Jagdrecht.

Vor allem auch Weidetierhalter hatten zuletzt zunehmende Verluste in ihren Beständen beklagt. Backhaus warb für einen Entschließungsantrag, der die Halter künftig stärker unterstützen soll. Verbunden mit dem Ziel, im Berufsstand eine Akzeptanz für den Wolf zu erzeugen. In noch festzulegenden Wolfsmanagementgebieten solle der Bund zudem eine zusätzliche jährliche finanzielle Förderung je Weidetier ermöglichen, so eine Backhaus-Forderung Richtung Berlin.

Die Jäger forderten wiederholt konkrete Festlegungen für eine angemessene Wolfspopulation. Zudem macht ihnen die weiterhin drohende Afrikanische Schweinepest zu schaffen. Mit 86 000 erlegten Sauen haben die Jäger im gerade zu Ende gegangenen Jagdjahr ein Rekordergebnis erzielt. Das sind 25 000 mehr als im Jahr zuvor. Wildschweine gelten als Überträger der Seuche.

Böhning appellierte an die Mitglieder, den Jagddruck weiter aufrecht zu erhalten. Zudem erging der Hinweis an alle Einwohner, äußerst sorgsam mit Essensresten umzugehen. "Die gehören weder in den Papierkorb noch auf den Komposthaufen", so Böhning. Zuletzt waren Wildschweine zunehmend in Wohnzentren und an Rastplätzen auf der Futtersuche. Jetzt sollen zusätzliche Warn- bzw. Verbotsschilder aufgestellt werden, um die Menschen auf die Situation aufmerksam zu machen.