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Soziales - Stuttgart

Diakonie: Mangelnder Wohnraum und zu wenig Pflegekräfte

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Stuttgart (dpa/lsw) - Im Südwesten fehlen laut der Diakonie Württemberg bezahlbarer Wohnraum und Pflegekräfte. Obwohl die sozialpolitische Entwicklung in einem der reichsten Bundesländer mit sinkender Langzeitarbeitslosenquote eine gute Basis habe, blieben diese Entwicklungen zu wenig beachtet, kritisierte der Vorstandsvorsitzende der Diakonie Dieter Kaufmann am Donnerstag in Stuttgart.

Durch geplante 13 000 neue Stellen will das Bundesgesundheitsministerium seit Jahresbeginn bessere Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege schaffen. Die Stellen reichten laut Diakonie Württemberg aber nicht aus. Auch André Peters, Vorstandsmitglied der Diakonie Baden, sieht das neue Pflegepersonal-Stärkungsgesetz nur als einen ersten Schritt. Viele Wünsche blieben noch offen. "Mit einer zusätzlich finanzierten Stelle haben wir noch keine Mitarbeiter. Der Fachkräftemangel ist derzeit unsere größte Herausforderung", so Peters.

Der württembergische Chef forderte außerdem eine andere Berechnung des Existenzminimums: Beim Hilfefonds der Diakonie für zum Beispiel Möbel oder Haushaltsgeräte seien von Januar 2017 bis März 2018 insgesamt 755 Anträge gestellt worden - knapp 40 Prozent der Antragsteller hätten ein Einkommen knapp über dem Satz des Arbeitslosengelds II. "Sie haben keinen Anspruch auf Sozialleistungen und leben dennoch am Existenzminimum".