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Soziales - Berlin

Ausgaben für Unterhaltsvorschuss explodieren

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Berlin (dpa/bb) - Die Ausgaben für den Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende sind in Berlin förmlich explodiert. 2018 betrugen sie 125,2 Millionen Euro, was im Vergleich zum Vorjahr nahezu eine Verdopplung bedeutet; 2017 lagen sie bei 64,8 Millionen Euro, im Jahr davor bei 55,4 Millionen Euro. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Senatsantwort auf eine parlamentarische Anfrage der AfD hervor. Die Zahl der Empfänger der staatlichen Leistung stieg zwischen 2016 und 2018 von 26 631 auf 43 712 Kinder und Jugendliche.

Alleinerziehende können vom Staat Unterhaltsvorschuss für ihren Nachwuchs bekommen, wenn der andere Elternteil keinen Unterhalt zahlt. Zum 1. Juli 2017 war die Regelung ausgeweitet worden: Die Obergrenze beim Bezugsalter wurde von 12 auf 18 Jahre angehoben. Zudem entfiel die Begrenzung der Bezugsdauer auf sechs Jahre. Dies erklärt ein stückweit den bundesweiten Anstieg der Ausgaben, die zu 40 Prozent der Bund und zu 60 Prozent die Länder übernehmen.

Ein Problem ist, dass der Steuerzahler auf immer mehr dieser Kosten sitzen bleibt. Denn der Anteil, den sich Berlin von den säumigen Vätern oder mitunter auch Müttern zurückholt, betrug 2018 nach früheren Angaben der Familienverwaltung gerade mal gut 11 Prozent. Von 125,2 Millionen Euro wurden also lediglich 13,8 Millionen wieder eingetrieben. In den Jahren davor pendelte die Quote zwischen 16,5 und 18,4 Prozent.