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Niederländischer König lobt Saar-Wirtschaft

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Saarbrücken (dpa/lrs) - Der niederländische König Willem-Alexander hat die wirtschaftliche Leistung des Saarlandes beim Strukturwandel "vom Rohstahl zum Roboter" gewürdigt. "Das Saarland ist nicht sehr groß, aber es beeindruckt durch seinen Unternehmergeist und durch sein Fortschrittsdenken", sagte der König am Donnerstag in Saarbrücken zu Beginn eines knapp zweitägigen Besuches. "Diese Eigenschaften befähigen Sie, Schwierigkeiten zu überwinden und verleihen Ihnen die Kraft, Berge zu versetzen", sagte der König im Saarbrücker Schloss.

Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) sagte, die Niederlande und das Saarland hätten eine "gemeinsame europäische Zukunft, die mit Herausforderungen nicht geizt und keinen Raum lässt für waghalsige nationale Alleingänge": "Mehr denn je sind wir auf enge Zusammenarbeit in Europa angewiesen." Als "kleines Land mit einer sehr wechselvollen Geschichte über die Jahrzehnte" habe das Saarland die Last des Strukturwandels meistern müssen. "Das Saarland ist heute eine moderne Industrieregion, deren Produkte auf den Weltmärkten nachgefragt werden." Es verdanke die Bewältigung des Strukturwandels "letztlich auch dem europäischen Zusammenwachsen".

Willem-Alexander und Königin Máxima waren zuvor an der Staatskanzlei in Saarbrücken von gut 100 Menschen begeistert empfangen worden. Das Königspaar schüttelte ausgiebig Hände. Der Monarch begrüßte ganz besonders Tanja Hans, die Ehefrau des Ministerpräsidenten, die am 2. Oktober Zwillinge zur Welt gebracht hatte: "Es ist ja unglaublich, dass Sie heute hierhergekommen sind."

Das Königspaar wurde von einer Wirtschaftsdelegation begleitet. Auch in den Niederlanden wolle man die Möglichkeiten der digitalen Wirtschaft ausloten und nutzen: "Ich bin sicher, dass auf diesem Gebiet das Saarland und die Niederlande einander viel zu bieten haben", sagte der König. Am Donnerstag stand für Willem-Alexander und Máxima auch ein Besuch in der Universität des Saarlandes auf dem Programm, wo der König sich über Forschungen zur Künstlichen Intelligenz informieren wollte. In Saarlouis wollte das Paar ein Solar-Energieprojekt der Bürger-Energie-Genossenschaft Köllertal besuchen.

Das Saarland sei "ein europäischer Schnittpunkt", sagte der König. Es habe sich mehrmals "an der Frontlinie von Konflikten" befunden, die aber friedlich gelöst worden seien: "Das Saarland symbolisiert gleichsam die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit in Europa." Das Königspaar besucht am Freitag unter anderem die Völklinger Hütte.