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Querschnittsgelähmter mit Harley gibt Gas

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Schwarmstedt/Hannover (dpa/lni) - Harley Davidson, Rockerkluft und Rollstuhl am Heck: Rolf Rabe erregt Aufsehen, wenn er mit seiner Harley Davidson in Hannover unterwegs ist. Denn der heute in Schwarmstedt im Heidekreis lebende Mann hat ein Handicap: "Ich habe seit 1979 eine Querschnittslähmung", sagt er. Vor 40 Jahren passierte es: "Motorradunfall mit einer BMW", erinnert sich der Techniker, der nach vielen Jahren bei einem Unternehmen in Langenhagen nun in der Altersteilzeit privat Gas gibt. Vom Motorrad will er trotz des tragischen Unfalls nicht lassen: "Motorradfahren ist wie Herpes: Wenn du einmal Motorrad gefahren bist, wirst du das nie wieder los", schmunzelt er.

Seine "Ultra" fährt er seit 2009. Es ist ein Trike - eine Mischform zwischen Auto und Motorrad auf drei Rädern. Wenn Rabe an der Ampel steht, kann es somit nicht umkippen. Das Einzige, was speziell daran ist, ist die Halterung für die Bremse und die Schaltung sowie der Anhänger. "Wegen dem Ding bin ich schon oft angehalten worden", sagt der Tüftler. Denn direkt am Heck ragen links und rechts neben einem Rollstuhl zwei Krücken in die Luft. "Das ist ein ganz normaler Fahrradanhänger, ich habe sogar ne Tüv-Abnahme dafür", sagt er.

"Da muss ich den Rollstuhl nur reinstellen und mit Koffergurten befestigen." Jährlich ist er so nach eigenen Angaben bis zu 8000 Kilometer unterwegs. Im vorigen Jahr ging es mit einem Freund zum Nordkap rauf. Fürs kommende Jahr hat er bereits ein Ziel vor Augen: Mit seiner Harley will er fünf Monate durch die USA touren.