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30 Jahre Kaiser Akihito in Japan

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Akihito, Kaiser von Japan, wird am 30. April 2019 abdanken. Foto: kyodo

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Tokio (dpa) - Mit einer Gedenkzeremonie hat Japan das 30. Thronjubiläum von Kaiser Akihito begangen. Der 85-jährige Monarch, der am 30. April abdanken wird, pilgerte zusammen mit seiner Gemahlin, Kaiserin Michiko, und anderen Mitgliedern seiner Familie am Montag zum Grab seines Vaters und Vorgängers auf dem Chrysanthementhron, Kaiser Hirohito. Kaiser Akihito ist der erste Monarch, der sein Amt nicht mehr als Gott antrat.

Sein 1989 gestorbener Vater, der posthum Showa-Tenno genannt wird, hatte am 1. Januar 1946 in seiner sogenannten Menschlichkeitserklärung der Göttlichkeit des Kaisers entsagt. In seinem Namen war Japan in den Zweiten Weltkrieg gezogen.

Akihito ist zugleich der erste Kaiser der ältesten Erbmonarchie der Welt seit rund 200 Jahren, der zu Lebzeiten den Thron für seinen Nachfolger freimacht. Am 1. Mai wird sein ältester Sohn, Kronprinz Naruhito (58), den Chrysanthementhron besteigen. Seit Akihito am 7. Januar 1989 den Thron bestieg, setzte er sich unermüdlich für seine Untertanen ein. Er spendete den Opfern von Naturkatastrophen Trost und machte ihnen Mut, besuchte Altenheime und Kindergärten und war auch auf Auslandsreisen stets würdevoller Vertreter seines Landes.

Rund 80 Personen, darunter auch der rechtskonservative Ministerpräsident Shinzo Abe, nahmen an der Zeremonie zum Thronjubiläum des Monarchen teil. Am 2. Januar hatte der im Volk beliebte Kaiser ein letztes Mal in seiner Rolle als Monarch Neujahrsgrüße an sein Volk gerichtet. Rund 155 000 Menschen, so viele wie noch nie in seiner 30-jährigen Amtszeit, waren zu diesem Zweck zu seinem Palast im Herzen Tokios geströmt. Im Sommer vergangenen Jahres hatte der Monarch in einer seltenen Video-Botschaft zu erkennen gegeben, angesichts seiner nachlassenden Kräfte abdanken zu wollen.