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Gesellschaft - Güstrow

Im Grab mit "Fiffi": Wunsch nach Bestattung mit Haustier

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Schwerin/Güstrow (dpa/mv) - Die Wünsche nach neuen Bestattungsformen werden immer vielfältiger. Die Linken-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Kröger berichtete am Freitag nach zwei Veranstaltungen zur Bestattungskultur in Vorpommern, dass sich einige Menschen wünschten, zusammen mit ihrem geliebten Haustier bestattet zu werden. "Diese sogenannten Mensch-Tier-Bestattungen gibt es nach meiner Kenntnis in Mecklenburg-Vorpommern bislang nicht", sagte Kröger. "Ich weiß aber, dass es zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, Thüringen oder Sachsen-Anhalt einige Friedhöfe gibt, die solche Bestattungen anbieten." Sie kündigte an, dieses Thema in der Expertenkommission des Landtags zur Zukunft der Bestattungskultur anzusprechen.

Die geplante Reform des Bestattungsrechts im Nordosten beschäftigt seit Freitag auch die Synode des Kirchenkreises Mecklenburg in Güstrow. Die 55 Teilnehmer wollen am Samstag eine Stellungnahme für die aktuelle Diskussion verabschieden. Die Bestattungskultur ist für die evangelische Kirche ein zentrales Thema. Neben den Kommunen betreiben ihre Gemeinden die meisten Friedhöfe in MV, gerade im ländlichen Raum. Nach Angaben einer Mitarbeiterin des Kirchenkreises Mecklenburg betreibt die Kirche allein im Landesteil Mecklenburg 620 Friedhöfe. Im Nordosten gibt es zwei Kirchenkreise - jeweils einen in Mecklenburg und Vorpommern.

Die Expertenkommission des Landtags berät seit Dezember über eine Neufassung des Bestattungsgesetzes in Mecklenburg-Vorpommern. Dem 20-köpfigen Gremium gehören neben Landtagsabgeordneten auch Vertreter der beiden Kirchen sowie der Juden und Muslime, des Städte- und Gemeindetags, Rechtsmediziner, der Bestatterfachverband sowie Verbraucherschützer an. Dabei geht es neben dem Friedhofs- und Bestattungswesen auch um weitere Fragen rund um den Tod, wie zum Beispiel die Leichenschau.

Kröger berichtete von ihren Veranstaltungen, dass die Menschen Friedhöfe als wichtiges Kulturgut schätzten und erhalten wollten. "Viele von ihnen wollen aber auch, dass der Friedhofszwang weiter gelockert, wenn nicht gar abgeschafft wird." Einig seien sich die Menschen gewesen, dass eine würdevolle Bestattung auch bezahlbar sein müsse. "Deswegen bleibt meine Fraktion auch bei ihrer Forderung, dass Sterbegeld wieder einzuführen", sagte sie. Eine Zunahme von Sozialbestattungen zeige, dass hier großer Handlungsbedarf bestehe.