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Freizeit - Rümlang

Pack die Badehose ein: Freibäder öffnen Mitte Mai

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Magdeburg (dpa/sa) - In den kommenden Tagen starten viele Freibäder in Sachsen-Anhalt in die Badesaison. In den meisten Bädern zwischen Arendsee und Zeitz laufen dafür jetzt die letzten Vorbereitungen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. "Vor dem Start am 17. Mai werden aktuell die Becken geputzt und wieder befüllt", sagte Tabea Techel, die das Erlebnisbad in Havelberg leitet. Servicefirmen seien mit Wartungsarbeiten rund um die Badelandschaft mit Schwimmer-, Erlebnis-, Sprung- und Kleinkinderbecken beschäftigt.

Und auch die Gesundheitsämter sind an den 69 ausgewiesenen Badegewässern vom See bis zum Flussbad wieder unterwegs, um die Wasserqualität zu überprüfen. Am Sonntag teilte das Sozialministerium mit, erste Proben hätten bislang keinen Anlass zu Beanstandungen geboten.  

Tabea Techel vom Erlebnisbad in Havelberg sagte weiter: "Der TÜV schaut dann auch auf unsere 64 Meter lange Wasserrutsche und die Sprunganlage." Alles in allem seien etwa vier bis sechs Wochen Vorbereitungszeit nötig, sagte Schwimmmeisterin Techel. Pro Jahr kommen ihren Angaben zufolge je nach Wetter bis zu 40 000 Besucher in das Bad im Norden Sachsen-Anhalts, das seit 1997 von den Havelberger Stadtwerken betrieben wird. Gerade sei noch eine Fachkraft für Bäderbetriebe eingestellt worden, Personalnot gebe es nicht. 

Ähnlich ist es im Waldhofbad Wernigerode, wo der Betrieb am 18. Mai startet: Die Anlage in der Innenstadt kann aus einem Stab an Rettungsschwimmern und Aufsichtspersonal schöpfen. Investiert wurde dort über den Winter in neue Sprungbretter, den Spielplatz und das Planschbecken. "Wenn es richtig heiß ist, kommen bis zu 1500 Gäste am Tag", sagte Ralf Schult, der das städtische Sachgebiet Badeanlagen leitet und Vorsitzender der örtlichen Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist. Die Wasserretter hielten im Waldhofbad die Augen offen, so Schult. 

Dem Erlebnisbad Saaleperle in Bernburg hat der Sommer 2018 - wie allen anderen Bädern auch - eine Rekordzahl an Besuchern beschert. "Wir hatten knapp 61 000 Gäste", sagte Roland Reichelt, Geschäftsführer der Bernburger Freizeit GmbH. Im Normalfall schwanke die Besucherzahl zwischen 30 000 und 40 000. Über den Winter seien Routinearbeiten erledigt worden, am 18. Mai können die Ersten wieder ihre Bahnen ziehen. "Alle Becken sind beheizbar. Das lockt auch, wenn es nicht so warm ist." Insgesamt fünf Rettungsschwimmer sorgen in der Saaleperle, die es seit 20 Jahren gibt, für Sicherheit.

Sieben Frei- und Naturbäder gibt es in Dessau-Roßlau - einzig das Erlebnisbad Roßlau ist kommunal. Andere wie das Strandbad Adria und das Naturbad Mosigkau sind nach Auskunft von Stadtsprecher Carsten Sauer verpachtet. "In Roßlau startet die Saison am 18. Mai", sagte er. Die Schließzeit wurde auch dort für Instandhaltungsarbeiten genutzt. Groß ist auch hier die Hoffnung auf ein "Spitzenjahr" wie 2018. "Wir hatten im Vorjahr von Mitte Mai bis Mitte September 41 600 Gäste", sagte Sauer. Im Schnitt seien es sonst um die 30 000.

Das innerstädtische Carl-Miller-Bad in Magdeburg hat bereits seit Samstag wieder geöffnet. "Eindeutig noch für die Hartgesottenen", sagte eine Sprecherin mit Blick auf etwa zwölf Grad Wassertemperatur. Bade- und sonnenhungrige Hallenser kommen unter anderem im Nordbad auf ihre Kosten, das am 17. Mai nach Betreiberangaben seine Saisoneröffnung plant und mindestens bis 8. September geöffnet sein soll.

Grundsätzlich schließen die Bäder im September wieder. Wann genau, hängt vom Wetter ab. Bei den Regelöffnungszeiten wollen die meisten Einrichtungen flexibel sein. Ist es im Hochsommer lange heiß, werde man eine kurzzeitige Verlängerung der Öffnungszeiten prüfen, hieß es.

Unterdessen ist laut Sozialministerium deutlich: Die Qualität der offiziell ausgewiesenen Badegewässer in Sachsen-Anhalt lädt zum Sprung ins kühle Nass ein. Die Gesundheitsämter hätten die Wasserqualität an 69 Punkten an Badeseen, Flussbädern und Strandbädern bis Ende der Saison am 15. September im Blick. Bis dahin würden monatlich Wasserproben entnommen. Zudem würden die Badestellen besichtigt und auf mögliche Verschmutzungen sowie Algenentwicklungen untersucht.

Auf der Grundlage der Untersuchungsergebnisse der vergangenen vier Jahre haben dem Ministerium zufolge etwa neun von zehn Badegewässern das Prädikat "ausgezeichnet" erhalten. Das ist die höchste Einstufung nach der EU-Badegewässerverordnung. Vom Baden abgeraten werde nur am Stausee Kelbra im Burgenlandkreis. Dort sei die Wasserqualität als "mangelhaft" eingestuft.