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Freizeit - Marburg

Neue Premiumwanderwege bereichern Angebot in Hessen

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Marburg (dpa/lhe) - Hessen ist reich an herausragenden Wanderwegen - einige sind jüngst hinzugekommen, andere stehen bald bereit. In Kürze soll ein weitere Route in die Liste der getesteten und zertifizierten Premiumwanderwege aufgenommen werden, wie das Deutsche Wanderinstitut in Marburg mitteilte. Neu im Angebot ist dann im Vogelsberg die sogenannte Heinzemann-Tour, ein 13,5 Kilometer langer Rundweg bei Gemünden (Felda). Zudem steht im osthessischen Rasdorf ein Rundweg vor der Anerkennung als Premiumwanderweg. Ein solches Siegel zur touristischen Vermarktung bekommen nur Angebote, die eine hohe Erlebnisqualität am Streckenrand aufweisen und "unverlaufbar" markiert sind, wie Klaus Erber, 1. Vorsitzender des Instituts und Geograf, erklärte.

Neu und erst im Jahr 2018 in die Liste der Premiumwege aufgenommen, ist der Söhrewald (P24), ein 14 Kilometer langer Rundweg in der gleichnamigen Gemeinde im Werra-Meißner-Kreis. Neu ebenfalls seit dem vergangenen Jahr ist der Bergmähwiesen-Pfad, ein 9,1 Kilometer langer Mittelgebirgsrundweg in Hartmannshain und Herchenhain im Vogelsberg.

Das Deutsche Wanderinstitut hat europaweit 580 Premiumwanderwege zertifiziert, 556 davon sind Rundwege. Der Anteil der Wege in Hessen ist beachtlich: Im Bundesland finden sich 100 Rundwege und sieben Streckenwege zwischen 36 und 320 Kilometer Länge, bei denen Start und Ziel nicht identisch sind.

Um sportlich nicht so ambitionierte Gelegenheitswanderer anzusprechen, gibt es Premium-Spazierwanderwege. "Sie sind zwar kürzer und leichter zu laufen, dadurch aber nicht weniger attraktiv", erklärte Erber. Recht neu noch sind der Schlossbrunnenweg (4,5 km) in der nordhessischen Gemeinde Knüllwald und der Battenberger Burgenweg (4 km) auf dem Gebiet der nordhessischen Kleinstadt Battenberg.

Wer es urbaner mag, dem seien Premium-Stadtwanderwege empfohlen, sagt Erber. Im Jahr 2018 zertifiziert wurde eine 9,2 Kilometer lange Tour namens Frankenberger Blickwinkel. Dabei geht es durch die Fachwerkstatt, an der Eder entlang und auch durch den Wald. 37 Prozent der Strecke wird auf Asphalt zurückgelegt, 31 Prozent auf Naturwegen und der Rest auf anderem Untergrund.

Der Trend geht nach Beobachtung des Wanderinstituts eindeutig zu attraktiven, von Fachleuten geprüften und markierten Wegen. "Der Otto-Normal-Verbrauer bevorzugt es, keine Karten mitnehmen zu müssen und sich vorher auch keine Route überlegen zu müssen. Andererseits sind die meisten auch gar nicht mehr in der Lage oder gewillt eine Wanderkarte zu lesen. Die Leute wollen Wege, die gut gekennzeichnet sind und auf die sie sich verlassen können", beobachtet Erber.

Wanderrouten kann man sich mittlerweile auch komfortabel auf dem Mobiltelefon anzeigen lassen, wie Erber sagte. Im Kartendienst Google Maps kann man Routen vermerken und aufrufen. Zudem hätten viele Wege-Anbieter mittlerweile auch eigene Apps fürs Handy.

Die Basis für klar gekennzeichnete Wege ist die Pflege der Markierungen. Wegzeichen müssen zuweilen gesäubert, repariert, ergänzt oder erneuert werden, wenn sie abhanden gekommen sind. "Es ist ein Problem, genug Paten zu finden, die sich darum kümmern. Es fehlt an Nachwuchs, der sich ehrenamtlich engagiert und vielleicht auch mal einen Weg frei schneidet, damit Wanderer nicht durch Brennnesseln laufen müssen. Wenn die Gäste schon in die Regionen gelockt werden, soll schließlich alles stimmen."