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Buntes - Berlin

Autorin: Kühlschrank unerschöpfliche Quelle für Kunst

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Berlin (dpa) - Die Autorin Marie Sophie Hingst (31) hat einiges ausprobiert, um Kunstwerke auf Brot nachzubauen. Schlecht funktioniere etwa Honig, der schnell flüssig werde. Ihr Vater habe auch mit Gänseschmalz experimentiert, was sich ebenfalls als komplex erwiesen habe. "Ansonsten ist der Kühlschrank eine unerschöpfliche Quelle von Kunstmaterial", sagte Hingst der Deutschen Presse-Agentur.

Die promovierte Historikerin lebt in Irland, hat unter anderem in Berlin studiert und arbeitet bei einem Technikkonzern. Mit anderen Leuten hat sie Kunstwerke auf Brot nachgestellt. Zum Schlagwort #KunstGeschichteAlsBrotbelag, das vergangenen Sommer bei Twitter und Instagram aufkam, hat Hingst nun ein Buch herausgegeben.

Das Internet werde oft dafür verantwortlich gemacht, dass es einen Rückgang an Bildung gebe, sagte Hingst. Diese Auffassung könne man teilen oder nicht, aber es gebe selten Vorschläge, was man tun könne, um Leuten Lust auf Thomas Mann oder ein Goethe-Gedicht zu machen. Sie habe überlegt, was man Konstruktives tun könne.

"Das ist einer der großen Dreh- und Angelpunkte, die mich bewegen: Wie können wir eigentlich selbstbestimmte und aktive Bürger dieses Internets werden?", sagte Hingst. Die Aktion sei der Versuch, das Internet in einen Ausstellungsraum zu verwandeln, in dem jeder Kurator und Künstler sein könne, und in dem es nicht darum gehe, das schönste und perfekteste Bild zu produzieren.