bedeckt München 34°

Theater - Ralswiek

Störtebeker-Festspiele auf Rügen und Müritz-Saga in Waren

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Ralswiek/Waren (dpa/mv) - Die Störtebeker-Festspiele in Ralswiek auf Rügen sind eröffnet: Auf der Naturbühne kämpft das Piratenduo Klaus Störtebeker und Goedeke Michels in dem neuen Stück "Schwur der Gerechten" für Freiheit und Gerechtigkeit. Mehr als 8000 Besucher kamen am Samstag zur Premiere. Ein weiteres Open Air, die mittelalterliche "Müritz-Saga", begann ebenfalls am Samstagabend. Rund 900 Zuschauer sahen die Premiere von "Ratsherr, Rächer und Rebell" auf der Freilichtbühne in Waren an der Mecklenburgischen Seenplatte. Dort wird wieder gefochten, gestritten und geliebt wie vor 400 Jahren.

Für das Störtebeker-Stück ist ein deutsch-dänischer Krieg Ende des 14. Jahrhunderts der historische Hintergrund, in dessen Folge die Handelsschifffahrt auf der Ostsee fast eingestellt wurde und Nahrungsmittel wie Fisch und Getreide teuer wurden. Erzählt wird von der Belagerung der Feste Stockholm, damals eine der letzten Bastionen Mecklenburgs in Schweden, durch die dänische Königin Margarethe. Sie will nach Dänemark und Norwegen auch Schweden erobern.

In den Hauptrollen sind Alexander Koll als Störtebeker und Alexander Hanfland als Michels zu sehen. Die Rolle der Königin wurde mit Krista Birkner neu besetzt. Ohne Liebe geht es nicht: Diesmal verliebt sich nicht Störtebeker, sondern Goedeke Michels in das Bauernmädchen Smilla. Die Liebe endet tragisch.

150 Schauspieler und Statisten, 30 Pferde, ein Esel, ein Adler und vier Schiffe auf dem Jasmunder Bodden gehören zu dem Spektakel, außerdem viele Böller, Rauch und Flammen. Regie führt Marco Bahr. Der Schlagersänger Wolfgang Lippert tritt als Balladensänger auf. Im Vorjahr kamen 310 000 Zuschauer. Die Störtebeker-Festspiele zählen damit zu den besucherstärksten Theater-Open-Airs in Deutschland. Gespielt wird bis zum 7. September jeweils montags bis samstags.

Bei der "Müritz-Saga" hoffen die Veranstalter bis zum 24. August auf rund 20 000 Gäste. Auf der Bühne versucht der "Freiherr von Warentin" in der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) zu verhindern, dass sich ein Landmarschall die Kriegswirren zu Nutze macht, freie Bauern in Mecklenburg enteignet und sich bereichert. Besonders gefeiert wurden Jens Bache als "Freiherr" sowie sein Helfer, der chinesische Begleiter und Kampfkünstler Li, den Schauspieler Tian Qirong mit akrobatischen Einlagen verkörpert und dafür Szenenapplaus erhielt.