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Musik - Dresden

Stück mit und über DDR-Hits: Boulevardtheater gefeiert

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Dresden (dpa) - Eine DDR-Hitparade 30 Jahre nach dem Mauerfall: Das Boulevardtheater Dresden hat mit seiner neuen Produktion "Die Legende vom heißen Sommer" über den "Sound des Ostens" den Nerv des Publikums getroffen. Bei der Premiere des dreistündigen Stückes gab es am Sonntagabend viel Jubel. Schon zuvor hatte sich das Publikum schon einmal von den Plätzen erhoben. Als bei "Asyl im Paradies" Bilder von Tamara Danz eingeblendet wurden, standen die meisten Zuschauer in Erinnerung an die 1996 gestorbene Sängerin der Band Silly auf. Im Publikum saßen nicht nur der Ehemann von Danz, der Gitarrist Uwe Hassbecker, sondern weitere Größen der DDR-Rock- und Popszene wie Dieter Birr (Puhdys), Toni Krahl (City), Angelika Mann, Bernd Aust (Elektra), Wolfgang Ziegler oder Petra Zieger.

Regisseur Olaf Becker und Autor Michael Kuhn hatten die Geschichte um die besten Songs des DDR-Plattenlabels Amiga in eine Story gepackt. Drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall soll eine Tour organisiert werden, die an die Musik der verblichenen DDR erinnert. Bis auf die Sängerin sind alle Beteiligten aus dem Osten. Es gibt die für Boulevardtheater typischen Verquickungen, Kalauer und aufkommenden Liebesgefühle, aber in diesem Fall auch jede Menge guter Songs - gespielt von einer vierköpfigen Band und interpretiert von den Schauspielern selbst. Dabei konnte nicht zuletzt Julia Henke bei den Songs von Tamara Danz überzeugen. In weiteren Rollen: Katharina Eirich, Andreas Köhler und Janis Masino. Gut 50 Hits aus dem Osten waren zu hören. Offen bleibt die Frage, warum es kaum Cover-Versionen davon gibt.