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Musik - Bayreuth

Ein Lohengrin mit Vorgeschichte

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Bayreuth (dpa) - Er gilt jetzt als Einspringer, tatsächlich hat das Engagement von Piotr Beczala (51) als Lohengrin bei den Bayreuther Festspielen eine lange Vorgeschichte. "Ich selbst kenne auch nicht alle Einzelheiten. Ich war 2015 für vier Tage in Bayreuth, um mit Christian Thielemann inkognito zu proben", sagte der polnische Tenor in einem Interview des "Münchner Merkur" (Freitag). Sein Debüt als Lohengrin in der gleichnamigen Richard-Wagner-Oper in Dresden 2016 sei als eine Art Generalprobe für Bayreuth gedacht gewesen, sagte Beczala weiter. "Dann hat sich alles weiterentwickelt - und ich war nicht auf der Bayreuther Besetzungsliste. Es war wirklich ein bisschen mysteriös. Und ich war sehr enttäuscht, weil da etwas wieder zurückgepfiffen wurde."

Am Mittwoch hatten die Festspiele die Verpflichtung von Beczala als neuen Lohengrin bekannt gegeben - nachdem der dafür vorgesehene Roberto Alagna wenige Wochen vor der Premiere abgesagt hatte. Der aufs französische und italienische Fach spezialisierte Alagna hatte über seine Agentur Schwierigkeiten mit der Partie eingeräumt.

Dass er jetzt doch zum Zuge kommt, will Beczala nicht als Genugtuung sehen, wie er in dem Interview sagte. "Ich nehme es, wie es ist, und will mich nicht in irgendeiner Form bestätigt wissen. Wenn man an einem solchen unglaublichen Ereignis wie Bayreuth teilnehmen kann, dann ist das wunderbar."

Bayreuths Musikdirektor Thielemann dirigiert die "Lohengrin"-Premiere am 25. Juli, Regie führt Yuval Sharon, das Bühnenbild kommt von dem bekannten Künstlerpaar Neo Rauch und Rosa Loy.