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Museen - Frankfurt am Main

Zum 90. Geburtstag: Ausstellung für einen Tag zu Anne Frank

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Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Die Ausstellungsgegenstände sind nur einen Tag lang zu sehen - vorerst. Als Beitrag des Jüdischen Museums Frankfurt zum 90. Geburtstag von Anne Frank öffnet am (morgigen) Mittwoch eine Pop-up-Ausstellung. "Wir präsentieren Objekte aus der Lebenswelt des heranwachsenden Mädchens: Bauklötze, mit denen sie und ihre Schwester Margot spielten, ein Poesiealbum, in dem Anne einen Eintrag für ihre Klassenkameradin hinterließ, und - ein besonderes Highlight - einen von ihr bestickten Beutel, in dem sie in Amsterdam ihr Nachthemd verwahrte", sagte Museumsdirektorin Mirjam Wenzel.

Die Ausstellung gibt zudem einen ersten Einblick in das zukünftige Familie Frank-Zentrum, das nach dem Umbau des Museums eröffnet wird. Dabei handelt es sich um "die permanente Ausstellung zur Familie, die wir in unserem neuen Museum mit weitaus mehr Gegenständen aus Familienbesitz zeigen werden". Auch sollen Dokumente zur Familiengeschichte präsentiert werden.

Gedichte, die Anne Franks Vater und seine Geschwister schrieben, stehen nach Angaben von Kuratorin Franziska Krah für die literarische Tradition der Familie. "Wir wissen zum Beispiel, dass auch (Annes ältere Schwester) Margot Tagebuch schrieb - aber das ist nicht erhalten", sagte sie am Dienstag. Zudem erzähle das künftige Zentrum die Geschichte der erweiterten Familie. So stammt das Spielzeug aus dem Besitz der Baseler Verwandtschaft. Auch um Annes Cousin Buddy Elias geht es: Er hatte sich dafür ausgesprochen, die Dinge aus dem Besitz der Emigrantenfamilie Frank und Elias dem Jüdischen Museum Frankfurt anzuvertrauen.

Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 als zweite Tochter einer säkularen jüdischen Familie in Frankfurt geboren. Angesichts der Verschlechterung der Situation von Juden im nationalsozialistischen Deutschland emigrierte die Familie in die Niederlande. Das Mädchen starb im Alter von 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen.