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Museen - Berlin

Jüdischer Weltkongress begrüßt Rücktritt von Museumsdirektor

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New York (dpa) - Der Jüdische Weltkongress (WJC) hat den Rücktritt des Direktors des Jüdischen Museums in Berlin, Peter Schäfer, begrüßt. "Wir brauchen keine Leiter von jüdischen Institutionen, die sich mit der BDS-Bewegung identifizieren", sagte WJC-Präsident Ronald Lauder laut Mitteilung am Montag in New York. Der emeritierte Judaistik-Professor Schäfer war in der vergangenen Woche zurückgetreten.

Auslöser war ein Tweet des Museums mit einer Leseempfehlung zur israelkritischen Bewegung BDS (Boykott, Desinvestitionen, Sanktionen). Darin hatten jüdische und israelische Wissenschaftler kritisiert, dass der Bundestag BDS als antisemitisch eingestuft hatte. Die BDS-Kampagne fordert ein Ende der israelischen Besatzung des Westjordanlands, des Gazastreifens und Ost-Jerusalems, die Israel 1967 erobert hat und ruft dazu auf, keine israelischen Waren zu kaufen.

"Ich bin schon mein ganzes Leben lang sehr involviert in der Museumswelt - sowohl jüdisch als auch darüber hinaus - und es tut mir sehr weh zu sehen, wie das Jüdische Museum in Berlin immer wieder sein Mandat überschritten hat und auf so eine gefühllose Art seine Meinung zu dieser Sache abgegeben hat", sagte WJC-Präsident Lauder weiter. Der WJC sieht sich als Vertretung der nicht in Israel lebenden Juden.