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Literatur - Wernigerode

Historische Bücher zurück auf Schloss Wernigerode

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Wernigerode (dpa/sa) - Schloss Wernigerode hatte einst eine bedeutsame, große Bibliothek - nun sind 55 historische Bände zurückgekauft worden. Es handele sich um Glanzstücke aus der Bibliothek, die Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode 1746 für Besucher öffnete, teilten das Schloss und die Kulturstiftung der Länder am Montag mit. Die angekauften Bände stünden repräsentativ für die gesamte Bibliothek. Es seien Gesangbücher und Bibeln darunter, verfasst auf Deutsch, Türkisch und Hebräisch. Es gehe um zoologisches, astrologisches und historisches Wissen, aber auch um Bergbau. Die Bücher stammten vor allem aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts.

"In der Zusammenschau von Architektur, Interieur und Wissensträgern wie den Büchern erschließt sich der Kosmos des Harz-Schlosses jetzt wieder", erklärte der Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder, Markus Hilgert.

Den Angaben zufolge umfasste die Bibliothek auf Schloss Wernigerode im Jahr 1920 rund 135 000 Bände. Wenig später sei das Grafenhaus aber in finanzielle Bedrängnis gekommen und habe besonders gewinnversprechende Bücher verkauft. Allein um die 35 000 Bücher seien an den Berliner Antiquar Martin Breslauer verkauft worden. Zudem hätten die Russen nach dem Zweiten Weltkrieg weitere Tausende Bücher abtransportiert. Die verbliebenen Bestände seien 1948 an die Landes- und Universitätsbibliothek des Landes Sachsen-Anhalt übergegangen.