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Literatur - Erfurt

"Dorfschreiberin" erhält "Harald Gerlach"-Stipendium

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Erfurt (dpa/th) - Die Autorin Vera Vorneweg erhält das Thüringer Literaturstipendium "Harald Gerlach". Die am Dienstag in Erfurt offiziell vergebene Literaturförderung ist nach dem 2001 gestorbenen Schriftsteller benannt, der sich in seinen Texten unter anderem mit dem deutschen Vereinigungsprozess befasst hat. Dotiert ist es mit 12 000 Euro, vergeben wird es für maximal ein Jahr von der Kulturstiftung Thüringens vergeben.

Vorneweg überzeugte die Jury mit ihrem Projekt "Roman der Vielen", für das sie zwei Monate als "Dorfschreiberin" im Kaltennordheimer Ortsteil Kaltenlengsfeld in der Rhön verbrachte. Mit den Bewohnern kam sie etwa an einem im Dorf aufgestellten Tisch ins Gespräch und machte sich Notizen. Insgesamt habe sie 300 Seiten verfasst - die Basis für den nun - unterstützt durch das Stipendium - zu schreibenden Roman. Das Dorfleben habe sie mit Neugier und ohne zu werten verfolgt, sagte sie.

Die 1985 geborene Autorin lebt in Düsseldorf und ist die erste Stipendiatin ohne Wurzeln in Ostdeutschland. Dies hatte im Vorfeld auch Kritik ausgelöst. "Das Vorhaben, das mit dem Stipendium entstehen soll, nimmt eine Region in den Blick, die nicht zu den Fokusregionen Thüringens gehört", sagte Kulturminister Benjamin-Immanuel Hoff (Linke) bei der Verleihung. Auch deshalb begrüße er die Vergabe an Vorneweg.

Den Statuten nach können etwa Autoren oder Projekte mit starkem Thüringen-Bezug ausgezeichnet werden. Zu den bisherigen Gewinnern zählt etwa der in Gera geborene Lutz Seiler ("Kruso").