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Film - Dortmund

MeToo-Debatte bringt Rückenwind für Frauenfilmfestival

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Dortmund (dpa/lnw) - Die MeToo-Debatte hat dem renommierten Internationalen Frauenfilmfestival, das am 9. April in Dortmund beginnt, Rückenwind beschert. Die Auswahl relevanter Produktionen von Filmemacherinnen sei durch Diskussionen über die Rolle von Frauen in der Filmbranche zuletzt deutlich größer geworden, sagte Festival-Sprecherin Stefanie Görtz. Das lasse sich auch auf unzählige Initiativen von Kolleginnen in aller Welt zurückführen. "Binnen weniger Jahre haben sich Räume geöffnet, deren Ergebnisse sich bereits positiv an den Produktionen ablesen lassen", sagte Görtz.

Zuschauer können sich bis zum 14. April in mehreren Dortmunder Kinos ein eigenes Bild davon machen: Insgesamt werden 130 Filme aus 38 Ländern gezeigt - überwiegend von Regisseurinnen. "Das geht vom Einminüter bis zum abendfüllenden Spielfilm, vom aktuellen Wettbewerbsfilm bis zum Archiv-Schatz", sagte Görtz.

Seit vergangenem Jahr steht das Festival unter neuer künstlerischer Leitung: Maxa Zoller, Filmkuratorin und Expertin für Experimentalfilme, hat nach über dreißig Jahren Silke Räbiger abgelöst und nun ihr erstes Programm für Dortmund kuratiert. Thematisch stehen die Filme unter dem Motto "Bilderfallen: Täuschung, Tarnung, Maskerade". Sie befassen unter anderem mit dem Umgang von Mehrdeutigkeiten, blinden Flecken der Geschichtsschreibung oder mit der Kraft von Trugbildern.

Im diesjährigen Wettbewerb konkurrieren acht Spielfilme um den mit 15 000 Euro dotierten Preis für die beste Regie. Darunter sind auch Berlinale-Wettbewerbsfilme, etwa der "Der Boden unter den Füßen" von Marie Kreutzer aus Österreich, über eine erfolgreiche Unternehmensberaterin, deren durchgetaktetes Leben ins Wanken gerät. In "God Exists, Her Name is Petrunya" der mazedonischen Regisseurin Teona Strugar Mitevska sprengt die Hauptdarstellerin ein orthodoxes Ritual, an dem nur Männer teilhaben dürfen.

Das Festival, das inzwischen im jährlichen Wechsel in Köln oder Dortmund stattfindet, ging in den 1980er-Jahren aus der Frauenbewegung hervor. Damals sei es vor allem um eine Bestandsaufnahme und eine Sichtbarmachung eher verstreuter weiblicher Positionen in der männlich dominierten Filmbranche gegangen, berichtete Görtz. Seither habe sich das Festival zu einer wichtigen Plattform für aktuelle Entwicklungen und Trends in den Arbeiten von Frauen in der Filmbranche entwickelt. "Auch wenn Frauen als Filmschaffende immer mehr produzieren, stellt sich weiterhin die Frage, ob ihre Filme es auch gleichberechtigt in die Kinos und auf die guten Sendeplätze schaffen", beschrieb Görtz die kommenden Aufgaben.