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Festspiele - Osnabrück

Medienkunstfestival beschäftigt sich mit der Sprache

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Osnabrück (dpa/lni) - Das traditionsreiche Osnabrücker European Media Art Festival taucht Ende April in die Untiefen der Sprache ein. Die Organisatoren haben dabei nicht allein gesprochene und geschriebene Laute im Sinn: Sie verstehen Sprache generell als verbale und nonverbale Codes, wie sie am Mittwoch mitteilten. Entsprechend lautet das Motto der 32. Auflage des Medienkunstfestivals "Wild Grammar" - Wilde Grammatik.

Wilde Grammatik sehen die Macher nicht nur in den Sozialen Medien am Werk. "Die sich häufenden Fälle von Zensur zeigen auch, dass die freie, widerständige oder auch uneindeutige sprachliche Äußerung zunehmend als Bedrohung eingestuft wird, deren unkontrollierte Verbreitung es offenbar zu unterbinden gilt", sagte eine Sprecherin. Gezeigt werden Arbeiten von Künstlern, die mit ihren Filmen und Medienkunstwerken eine "Poesie des Widerspruchs" anwenden.

Im Filmprogramm sind rund 50 Arbeiten zu sehen - darunter "Ultramarine" von Vincent Meessens von 2018, der um die koloniale Geschichte der Farbe Blau kreist, beim International Film Festival Rotterdam 2019 ausgezeichnet wurde und in Osnabrück erstmals in Deutschland zu sehen sein wird.

In der bis Ende Mai laufenden Begleitausstellung in der Osnabrücker Kunsthalle wird unter anderem die Installation "4. Halbzeit" des Berliner Künstlerduos Wermke/Leinkauf gezeigt. Sie befasst sich mit dem Phänomen der so genannten Ultras, die inzwischen nicht nur in den Fußballstadien zu Hause sind, sondern auch bei Aufständen wie im Istanbuler Gezi-Park, dem Arabischen Frühling oder den Unruhen am Maidan in Kiew die Massen mobilisiert haben.