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Denkmäler - Potsdam

Schäuble würdigt Garnisonkirche als zentralen Erinnerungsort

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Potsdam (dpa/bb) - Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat die Potsdamer Garnisonkirche als "zentralen Erinnerungsort" in Deutschland gewürdigt. "Die Garnisonkirche ist ein wichtiger Schauplatz deutscher Geschichte, das zumindest bestreiten auch die Gegner des Wiederaufbaus nicht", sagte Schäuble am Dienstag in seiner Festrede auf dem Neujahrsempfang der Stiftung Garnisonkirche. Die einstige Militärkirche erinnere an den untergegangenen Staat Preußen, der auch mit seinen Kriegen die deutsche und europäische Geschichte geprägt habe. Nun solle in dem wiederaufgeblühten Turm der Geist des Friedens und der Versöhnung gelebt und entwickelt werden.

Gegen den Wiederaufbau wenden sich mehrere, auch christliche Initiativen. Sie sehen in der einstigen Militärkirche ein Symbol des preußischen Militarismus. Sie erinnern zudem an den "Tag von Potsdam", als dort am 21. März 1933 Reichspräsident Paul von Hindenburg dem neuen Reichskanzler Adolf Hitler die Hand reichte - und damit "das verheerende Bündnis zwischen konservativem Bürgertum, preußischem Militär und Nazi-Führung mit kirchlichem Zeremoniell besiegelt wurde".

Der im Herbst 2017 begonnene Wiederaufbau des Garnisonkirchenturms dauert voraussichtlich bis zum Sommer 2021 und damit ein Jahr länger als ursprünglich geplant. Grund waren lange Verzögerungen bei den Bohrungen für die 38 Meter langen Gründungspfähle des knapp 90 Meter hohen Turms.