bedeckt München 19°

Brauchtum - Bautzen

Osterreiten in der Lausitz lockt Zehntausende Zuschauer an

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Bautzen (dpa/sn) - Die jahrhundertealte Tradition des Osterreitens hat bei herrlichem Frühlingswetter mehrere zehntausend Besucher in den Osten von Sachsen gelockt. Die vier Osterreiterprozessionen im Revierbereich Kamenz mit insgesamt 538 Reitern sahen rund 20 000 Besucher, wie die Polizei am Montag mitteilte. Zu den drei Veranstaltungen im Revierbereich Bautzen kamen etwa 12 000 Gäste, weitere rund 10 000 Besucher verfolgten die Kreuzreiterprozessionen im Revierbereich Hoyerswerda.

In Ostritz im Landkreis Görlitz schätzte die Polizei die Zahl der Zuschauer bei der Saatreitprozession auf 7000. Bis auf einen Verkehrsunfall mit einem Sachschaden von 1000 Euro seien alle Veranstaltungen störungsfrei verlaufen.

Nicht nur im Kloster St. Marienstern in Panschwitz nahe Bautzen drängten sich die Menschen, um die traditionell in Frack und Zylinder gekleideten Männer hoch zu Ross zu erleben. Insgesamt neun Prozessionszüge der sorbischen Katholiken führten durch das Städtedreieck Bautzen, Hoyerswerda und Kamenz.

Unter Glockenläuten waren die etwa 1500 Reiter auf mit bestickten Schleifen und verziertem Geschirr geschmückten Pferden etwa in Bautzen, Ralbitz und Wittichenau gestartet. Sie führten unter anderem ein Kreuz und Kirchenfahnen mit sich und verkündeten singend und betend die Botschaft von der Auferstehung Christi am Ostersonntag. Für die Reiter hatte die Polizei die Zufahrtsstraßen gesperrt.

Die Tradition des Osterreitens in der Oberlausitz ist mehr als fünf Jahrhunderte alt und bis heute ausschließlich Männern erlaubt. Seine Wurzeln reichen bis in vorchristliche Zeiten zurück. Durch Feldumritte glaubte man, junge Saaten vor der Missgunst des Bösen schützen zu können. Später wandelten diese sich in christliche Prozessionen.