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Ausstellungen - Potsdam

Zum 200. Geburtstag: Fontane über die Schulter schauen

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Potsdam (dpa/bb) - Anlässlich des 200. Geburtstags von Theodor Fontane (1819-1898) können Interessierte dem Schriftsteller bei der Arbeit an den "Wanderungen durch die Mark Brandenburg" über die Schulter schauen. In der Ausstellung "fontane.200/Brandenburg - Bilder und Geschichten" im Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte werden in Potsdam von Freitag an Originale aus dem Besitz Fontanes und zur Entstehung seines Werks gezeigt. So werden etwa sechs seiner Notizbücher zu sehen sein, ebenso wie Manuskripte und Gegenstände zu den Geschichten des aus dem märkischen Neuruppin stammenden Schriftstellers. Die Schau läuft bis zum 30. Dezember.

Ausgehend von einem großen Bild, das Fontane an seinem Berliner Schreibtisch zeigt, ist die Entstehung seines monumentalen Werks zu verfolgen. Gezeigt werden etwa sein Schreibtischstuhl, sein Tintenfass und sein Globus. "Es ist wie in seinem Werk: Fontane beschrieb, wie er reiste und wen er traf. Man bekommt keine Erkenntnisse serviert, sondern Fontanes Erkenntnisweg", erläuterte Kuratorin Christiane Barz am Donnerstag. Zwischen 1859 und 1889 hatte der Reiseschriftsteller mehr als 100 Ausflüge in die Mark unternommen und die Berichte zunächst für Illustrierte aufgeschrieben.

Auch eine Kutsche aus der Zeit Fontanes ist zu sehen. Denn der Dichter sei beileibe nicht nur zu Fuß unterwegs gewesen. "Er hatte als Journalist wenig Zeit und Geld", erläuterte Barz. "Er war froh, wenn sein Verleger ihn auf einer Reise begleitete - weil der dann die Kutsche bezahlte."

Die Ausstellung führt die Besucher auf einen Rundgang zu 17 Orten der "Wanderungen": So stieß der Reisende in Küstrin und Wust auf die tragische Geschichte von Hans Hermann von Katte - dem Jugendfreund Friedrich des Großen, den dessen Vater, der Soldatenkönig, hinrichten ließ. In einem Schaukasten sind das angebliche Hinrichtungsschwert und ein Gipsdruck von Kattes Schädel zu sehen.

Ob sich Fontane über den Ort der Ausstellung gefreut hätte, ist allerdings zweifelhaft: "Der Schriftsteller mochte Potsdam nicht und bescheinigte der Stadt ein feucht-sumpfiges, ungesundes Klima", erklärte Barz. Allerdings sei die Stadt ein zentraler Verkehrsknotenpunkt für seine Reisen gewesen.

Die Schau sei eine Ergänzung zur Leitausstellung des Fontane-Jahres in Neuruppin ("fontane.200/Autor") erläuterte die Geschäftsführerin der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte, Brigitte Faber-Schmidt. In diesem Jahr gibt es in vielen Regionen Brandenburgs Ausstellungen und andere Kulturangebote zu Fontanes Schaffen.