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Ausstellungen - Berlin

Ausstellung zeigt Erzähltraditionen

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Berlin (dpa/bb) - Wo greift Goethe in "Faust II" auf orientalische Märchenmotive zurück? Und was verbindet die Gebrüder Grimm mit "Tausendundeine Nacht"? Die Ausstellung "Cinderella, Sindbad & Sinuhe. Arabisch-deutsche Erzähltraditionen" (18.4.-18.8.) zeigt im Berliner Neuen Museum gegenseitige Einflüsse berühmter Märchen- und Erzählsammlungen. Dazu haben die Ausstellungsmacher um Kuratorin Verena Lepper etwa 100 Objekte aus den Sammlungen der Berliner Staatlichen Museen sowie Leihgaben zusammengestellt.

Im überdachten griechischen Hof des Museums wird gleich zu Beginn der Ausstellung deutlich, dass es dabei auch um lebendige Traditionen geht. In einem Erzählzelt können Besucher Aufnahmen von Märchenerzählern lauschen. Die anschließenden Räume ermöglichen Einblicke in das kulturelle Erbe von Erzähltraditionen aus Deutschland, dem Alten Ägypten und der arabischen Welt.

Die ausgestellten Objekte zeigen unter anderem auch auf, wie voll von internationalen Einflüssen die Sammlungen aus 4000-jähriger Kulturgeschichte wie die Geschichten aus "Tausendundeine Nacht" oder die Märchensammlungen von Jacob und Wilhelm Grimm sind. Es finden sich Originalhandschriften auf Papyrus genauso wie die wegen brutaler und sexualisierter Darstellungen später noch entschärfte Erstfassung der Grimmschen Märchen.