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Tarife - München

Verdi kündigt mehr Warnstreiks im Einzelhandel an

Direkt aus dem dpa-Newskanal

München (dpa/lby) - Der Tarifkonflikt im bayerischen Einzelhandel geht verschärft weiter. Die Arbeitgeber erhöhten ihr Angebot für die 300 000 Tarifbeschäftigten am Freitag auf 1,7 Prozent mehr Lohn im ersten Jahr und 1,2 Prozent mehr im zweiten Jahr. Die Gewerkschaft Verdi lehnte das jedoch ab, sprach von einem Eklat und kündigte die Ausweitung ihrer Streikaktionen an. Die dritte Verhandlungsrunde soll am 17. Juli in folgen.

Verdi-Verhandlungsführer Hubert Thiermeyer sagte: "Das Angebot bedeutet für die Beschäftigten Reallohnsenkung für die nächsten beiden Jahre und in Zukunft zunehmende Gefahr von Altersarmut." Die Forderung nach Allgemeinverbindlichkeit der Tarifverträge zum Schutz vor Dumpinglöhnen lehnten die Arbeitgeber ab. Verdi fordert 1 Euro mehr Stundenlohn. Laut Gewerkschaft haben sich inzwischen rund 5000 Beschäftigte in 130 Betrieben an Streikaktionen beteiligt.

Die Arbeitgeber werfen Verdi eine Verweigerungshaltung vor. In der Verhandlung hätten sie auch ihrem Ärger und Unmut über die Warnstreiks Luft gemacht, sagte Bernd Ohlmann, Geschäftsführer des Handelsverbands Bayern (HBE). Die Warnstreiks schon nach der ersten Verhandlungsrunde seien überzogen gewesen.

Im bayerischen Einzel- und Versandhandel arbeiten Verdi zufolge 535 000 Beschäftigte, davon fallen 300 000 unter den Tarifvertrag. Laut HBE erwirtschaften die 60 000 bayerischen Einzelhandelsunternehmen einen Umsatz von rund 67 Milliarden Euro jährlich.