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Rente - München

DGB Bayern sieht weiterhin Missstände im Rentensystem

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München (dpa/lby) - Der Deutsche Gewerkschaftsbund in Bayern (DGB) hat eine Stärkung der gesetzlichen Rente gefordert. "Gerade die Menschen, die im Berufsleben wenig verdienen und somit auch später nur sehr niedrige gesetzliche Renten bekommen, können es sich oft schlichtweg nicht leisten, privat vorzusorgen", sagte der Vorsitzende Matthias Jena am Freitag in München. "Niedrige Löhne und private Vorsorge schließen sich faktisch aus." Der Gewerkschaftsbund stellte am Freitag seinen Rentenreport vor.

Demnach lag die gesetzliche Altersrente im Jahr 2017 für Neurentnerinnen im Schnitt bei lediglich 684 Euro. Bei Männern waren es im ersten Rentnerjahr durchschnittlich 1081 Euro. Der eklatante Unterschied erklärt sich dem DGB zufolge vor allem dadurch, dass Frauen im Schnitt häufiger die Arbeit für Kindererziehungs- und Pflegezeiten unterbrechen.

Auch seien Frauen deutlich häufiger von prekärer Beschäftigung und niedrigen Löhnen betroffen. Bei mehr als 70 Prozent der Rentnerinnen liege die gesetzliche Rente daher unter der Armutsgefährdungsgrenze von 1074 Euro. Bei Männern liegt dieser Anteil demnach bei 37 Prozent.

Der DGB Bayern begrüßte die in diesem Jahr beschlossene Festlegung des Rentenniveaus auf 48 Prozent bis 2025 als richtigen und überfälligen Schritt. "Perspektivisch muss dieses Schutzniveau jedoch weiter angehoben und dauerhaft stabilisiert werden", sagte die stellvertretende Vorsitzende, Verena Di Pasquale.

Kritik an den Forderungen des DGB kam von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (vbw). "Weiter allein auf die gesetzliche Rente zu setzen ist ein Irrweg", teilte Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt am Freitag mit. Angesichts einer alternden Gesellschaft gelte es vielmehr, auf das dreisäulige System der Alterssicherung zu setzen, bestehend aus gesetzlicher, privater sowie betrieblicher Vorsorge.