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Arbeitsmarkt - Trier

Grenzregion will Pendler-Ausgleich von Luxemburg

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Trier/Luxemburg (dpa/lrs) - Die Regionen Trier und Metz wollen von Luxemburg einen finanziellen Ausgleich für Pendler, die täglich aus der deutsch-französischen Grenzregion ins Großherzogtum pendeln. Die Grenzgänger zahlten in Luxemburg ihre Einkommensteuer, nutzen aber am Wohnort öffentliche Leistungen wie Kitas, Schulen und Straßen, sagte ein Sprecher der Stadt Trier. Deswegen hätten der Trierer Oberbürgermeister Wolfram Leibe (SPD), sein Amtskollege von Metz, Dominique Gros, sowie die Landräte des Kreises Trier-Saarburg und des Eifelkreises Bitburg-Prüm einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Frankreichs Staatspräsidenten Emmanuel Macron geschrieben, bestätigte der Sprecher.

Mit diesem Brief wolle man "auf ein steuerrechtliches Problem aufmerksam" machen, sagte Leibe. "Bei der Steuergesetzgebung ist bisher einfach nicht berücksichtigt, dass so viele Menschen mittlerweile grenzüberschreitend pendeln - deshalb regen wir an, genau hier nachzusteuern." Merkel und Macron sollten sich "mit einer konzertierten diplomatischen Initiative" für das Anliegen einsetzen. Aus Trier und dem Kreis Trier-Saarburg pendelten inzwischen 22 000 Menschen nach Luxemburg zu Arbeit. Insgesamt gebe es in der Grenzregion rund 200 000 Pendler.

Nach Angaben des Stadtsprechers hat Luxemburg mit Belgien bereits 2002 ein Abkommen geschlossen, wonach Belgien für die Grenzgänger aus ihrem Land nach Luxemburg 30 Millionen Euro im Jahr bekommt. Leibe betonte: "Generell gilt: Wir sind froh und glücklich über die guten nachbarlichen Beziehungen zum Großherzogtum. Der Wirtschaftsstandort Luxemburg mit seiner großen Dynamik ist von enormer Bedeutung für das Grenzgebiet und damit auch für die Stadt Trier." Zuvor hatten Medien über den Brief berichtet.