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Arbeitsmarkt - Hamburg

DGB: Zahl befristeter Arbeitsverträge bleibt hoch

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Schwerin/Hamburg (dpa/mv) - Die Zahl befristeter Arbeitsverhältnisse bleibt in MV einer Erhebung des DGB zufolge hoch. Rund 40 Prozent aller im vergangenen Jahr neu abgeschlossenen Arbeitsverträge seien befristet gewesen, teilte der DGB am Dienstag mit. In einzelnen Bereichen betrug der Anteil der Befristungen demnach sogar 67 Prozent. Auch der Fachkräftemangel habe daran nichts geändert.

Besonders von Befristungen betroffen seien Frauen, junge Beschäftigte unter 25 Jahren, Ausländer, Teilzeitbeschäftigte und solche, die entweder in einem niedrig qualifizierten Bereich oder als Experte arbeiteten. 22 000 Arbeitsverträge seien gar sachgrundlos befristet worden, monierte der Gewerkschaftsbund und beruft sich dabei auf eine Betriebsbefragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

"Sachgrundlose Befristungen werden immer öfter als verlängerte Probezeit missbraucht. Das erhöht den Leistungsdruck und macht Beschäftigte erpressbar", sagte der DGB Nord-Vorsitzende Uwe Polkaehn. Sie hätten es schwer, gute Löhne und Arbeitsbedingungen einzufordern, weil eine Schwangerschaft, eine längere Krankheit oder Mitarbeit im Betriebsrat dazu führen könnten, dass ihre Verträge nicht verlängert werden. "Schwer erkämpfte Kündigungsschutzrechte werden dadurch ausgehöhlt."

Dem Statistischen Bundesamt zufolge waren bundesweit 80 Prozent der befristeten Verträge im Jahr 2017 auf weniger als zwei Jahre befristet. Das bedeute Schwierigkeiten bei Kreditaufnahme und Wohnungssuche, Familienplanung und bei Ausländern mitunter Probleme mit der Aufenthaltsgenehmigung. Polkaehn forderte die Bundesregierung auf, die Abschaffung sachgrundloser und Kettenbefristungen nach der Sommerpause anzugehen, wie es im Koalitionsvertrag vereinbart worden sei.