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Gesundheit - Potsdam

Brandenburger nutzen öfter Terminservice für Facharztbesuche

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Potsdam (dpa/bb) - Der Terminservice für Facharztbesuche, den die Kassenärztliche Vereinigung in Brandenburg (KVBB) anbietet, wird von Patienten häufiger angenommen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Gab es im Jahr 2016, als die Servicestelle im Land in Betrieb genommen wurde, noch 262 Anrufe in der Woche, ist die Zahl 2018 auf mittlerweile 637 angestiegen. "Der Großteil der Anfragen kommt dabei von Patienten aus dem Berliner Umland", sagt Ute Menzel von der Kommunikationsabteilung der KVBB.

Seit 2016 konnte die Servicestelle 6177 Termine erfolgreich vermitteln. "Gut 7900 Anrufern fehlte die Voraussetzung für eine Vermittlung, beispielsweise weil sie nicht die notwendige Überweisung hatten", erklärt Menzel. Die Stelle unterstütze Patienten mit akutem Behandlungsbedarf, die einen Facharzttermin brauchten. Von der erforderlichen speziellen Überweisung seien nur Augen- oder Frauenarzt ausgenommen.

Ebenso benötigen Patienten keine Überweisung für ein Erstgespräch in einer Psychotherapeutischen Sprechstunde oder für eine Akutbehandlung. "Voraussetzung für eine Terminvermittlung zur Akutbehandlung ist allerdings, dass ein Therapeut diese empfohlen hat", bemerkt die KVBB-Mitarbeiterin. Seit April 2017 seien 1069 Termine vermittelt worden.

Der Verband der Ersatzkassen (VDEK) im Land begrüßt den Facharzttermin-Service ausdrücklich. "Die schnelle Verfügbarkeit von Facharztterminen in medizinisch indizierten Fällen ist ein wichtiges Qualitätskriterium für eine funktionierende vertragsärztliche Versorgung", betont VDEK-Leiter Michael Domrös. Bisher habe sich noch kein Versicherter darüber beschwert, dass er innerhalb der Vier-Wochen-Frist keinen Termin erhalten habe.

Auch vom Gesundheitsministerium in Potsdam kommt Lob. "Mit der Terminservicestelle haben Patienten eine weitere Möglichkeit erhalten, schneller an einen Arzttermin zu kommen. Das ist ganz im Interesse der Patienten", sagt Ministeriumssprecher Gabriel Hesse. Laut KVBB konnten bisher auch alle Termine vermittelt werden. Eine Überweisung in ein Krankenhaus sei deshalb nicht notwendig gewesen.

Kritisch sieht VDEK-Leiter Domrös jedoch, dass der Service zu unterschiedlichen Zeiten und häufig zu kurz erreichbar sei, regional abweichende Rufnummern habe und trotz bestehender Infrastruktur eine Online-Terminvergabe fehle. Gerade letzteres sei "nicht nachvollziehbar".

Tatsächlich bemühen sich die allermeisten Brandenburger aber immer noch selbst um einen Facharzttermin, anstatt die Servicestelle in Anspruch zu nehmen. Den bearbeiteten Anrufen stehen im Jahr rund zehn Millionen fachärztliche Behandlungsfälle gegenüber, wie Ute Menzel berichtet. Vorteilhaft für Patienten mit Eigeninitiative sei es, dass es sich dann um den Facharzt ihrer Wahl handeln dürfte, zu einer passenden Zeit und wohnortnah.