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Gesundheit - Magdeburg

Gutachter finden in jedem fünften Prüffall Behandlungsfehler

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Magdeburg (dpa/sa) - Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) in Sachsen-Anhalt hat im vergangenen Jahr 77 Behandlungsfehler festgestellt, bei denen Patienten einen Schaden erlitten haben. Insgesamt seien 400 Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern erstellt worden, somit bestätigten die Experten in jedem fünften Fall den Verdacht, wie der MDK Sachsen-Anhalt am Donnerstag in Magdeburg mitteilte. 2017 waren noch 445 Fälle geprüft und 86 Behandlungsfehler mit Schaden festgestellt worden. Damals lag der Prozentsatz ebenfalls bei 19,3 Prozent.

Der MDK wies darauf hin, dass die Zahlen nur einen kleinen Ausschnitt zeigten. Zahlreiche Fälle seien nach wie vor unbekannt. Rückschlüsse auf die Sicherheit in Krankenhäusern und Arztpraxen lasse die Statistik nicht zu. Klar sei aber, dass die medizinische Versorgung in Sachsen-Anhalt auf einem hohen Niveau liege.

Der MDK Sachsen-Anhalt sprach sich dafür aus, dass Fehler besser offengelegt und ausgewertet werden. "Denn nur wer die Fehler kennt, sie systematisch erfasst und darüber redet, kann aus ihnen lernen und sie künftig vermeiden", sagte MDK-Geschäftsführer Jens Hennicke. Mit dem Verdacht auf einen Behandlungsfehler wenden sich die Patienten dem MDK zufolge in erster Linie an ihre Krankenkasse. Diese könne den MDK beauftragen, den Vorwurf zu prüfen.