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Schulen - München

Eine Million Schüler bekommen Zwischenzeugnis

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München (dpa/lby) - Rund eine Million Schüler in Bayern haben am Freitag ihre Zwischenzeugnisse zum Ende des ersten Schulhalbjahres erhalten. "Das Zwischenzeugnis ist eine wertvolle Rückmeldung über den individuellen Leistungsstand. Es bietet auch die Chance, Weichenstellungen für das zweite Halbjahr vorzunehmen", sagte Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) in München.

Für den Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) sind die Zwischenzeugnisse ein fragwürdiges Ritual. "Wir sollten uns der Frage stellen, ob Noten noch zeitgemäß sind und den Prinzipien modernen Lernens entsprechen", sagte die BLLV-Präsidentin Simone Fleischmann. Sie forderte, die einzelnen Schüler in den Mittelpunkt zu rücken - und nicht die Noten.

"Noten bereiten Schüler auf die Lebenswirklichkeit vor", entgegnete der Landesvorsitzende des Bayerischen Realschullehrerverbands, Jürgen Böhm, am Donnerstag. Wer in der Schule nicht lernt, anhand klarer Leistungskriterien beurteilt zu werden, werde auch im Berufsleben Schwierigkeiten haben, mit Feedback umzugehen, so Böhm weiter.

Die Zwischenzeugnisse werden immer Mitte Februar an allen bayerischen Grund-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien ausgestellt. An vielen bayerischen Grundschulen wurde das Zwischenzeugnis in den Klassen 1 bis 3 durch ein dokumentiertes Lernentwicklungsgespräch ersetzt.