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Schulen - Erfurt

Mehr als die Hälfte der Schulen ohne schnelles Internet

Direkt aus dem dpa-Newskanal

Erfurt (dpa/th) - Mehr als die Hälfte der Thüringer Schulen hat noch keinen schnellen Internetanschluss mit einer Datenübertragung von mehr als 16 Megabit pro Sekunde (Mbit/s). Von den 817 staatlichen Schulen verfügen 308 über einen DSL-Anschluss von 16 Mbit/s oder höher, wie aus Daten des Thüringer Bildungsministeriums hervorgeht. An 14 Schulen gibt es Standleitungen, vier Schulen gehen über TV-Kabel ins Internet, weitere sechs nutzen DSL über Satellit. Sieben Schulen im Freistaat haben gar kein Internet, 96 surfen landesweit nur mit ISDN-Geschwindigkeit.

Über ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr (BMVI) und digitale Infrastruktur können Schulen, die nicht mindestens 30 Mbit/s in jedem Klassenzimmer verfügen, mit Geld vom Bund an einen schnellen Anschluss kommen. Regionen, in denen weniger Bandbreite verfügbar ist, gelten laut BMVI als unterversorgt. Mit der Förderung können Anschlüsse bis in den Keller eines Schulgebäudes finanziert werden. Das Programm läuft bereits seit vergangenem Jahr.

Für die Verkabelung innerhalb der Schule und etwa das Einrichten eines umfassenden WLANs kann künftig Geld aus dem Digitalpakt verwendet werden. Nach Angaben des Thüringer Bildungsministeriums soll mit diesen Mitteln die Zahl sogenannter vernetzter Schulen erhöht werden. Das bedeutet: In einer vernetzten Schule soll Unterricht mit modernen Mitteln möglich sein. "In der Schule sorgen wir dafür, dass das WLAN wirklich bis in jede Ecke in jedem Klassenzimmer reicht", erklärte Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Auch das Fortbildungsangebot für Lehrer sei ausgebaut worden, damit die technischen Möglichkeiten effektiv genutzt werden könnten.

Geld vom Bund gibt es für die Schulen im Rahmen der "Offensive Digitales Klassenzimmer". Nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums liegen Anträge auf Förderung schneller Internetanschlüsse für mindestens 753 Schulen vor. Die Zahl kann aber auch höher sein, denn Schulen können auch im Zuge einer Gesamterschließung einer Region einen schnellen Internetanschluss mit Geld vom Bund bekommen.

Ziel sei es, dass jede Schule eine Breitbandversorgung von mindestens 1 Gbit/s erhält, heißt es vom Bundesverkehrsministerium. Das entspricht einer Geschwindigkeit von etwa 1000 Mbit/s. In der aktuellen Legislaturperiode stehen nach Angaben bis zu 12 Milliarden Euro zur Verfügung.

Bis zum Jahr 2023 sollen in Thüringen alle Bildungs- und Forschungseinrichtungen - also auch die allgemeinbildenden Schulen - mit Glasfaseranschlüssen versorgt sein. Das sieht die Glasfaserstrategie des Thüringer Ministeriums für Wirtschaft, Wissenschaft und digitale Gesellschaft vor.