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Kindergärten - München

Kinderbetreuung: Wie Bayern mehr Fachkräfte gewinnen will

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München (dpa/lby) - Ein Fünf-Punkte-Plan soll dabei helfen, mehr Fachkräfte für die Kinderbetreuung in Bayern zu finden. "Wir brauchen schnell mehr qualifiziertes Personal für die Kindertagesbetreuung", sagte Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU) in München. Erzieher müssten besser bezahlt werden. Die Ausbildung müsse attraktiver werden. Quereinsteiger sollten für den Beruf qualifiziert und die Kita-Leitungen entlastet werden. Außerdem will Schreyer das Image sozialer Berufe verbessern und über die "Kita 2050" sprechen. Dabei sieht sie den Freistaat auf einem guten Weg: Von 2006 bis 2016 habe sich die Zahl der Fachkräfte auf mehr als 46 000 fast verdoppelt.

In dem Maßnahmenkatalog spricht sich das Ministerium unter anderem für eine bessere Bezahlung aus: "Der geltende Tarifvertrag wird den aktuellen Anforderungen nicht mehr gerecht, berücksichtigt zum Beispiel weder neue Studiengänge (z.B. Kindheitspädagogen) noch hinreichend Inklusion, Integration und die Familienarbeit." Der Freistaat trage Tariferhöhungen in der Kindertagesbetreuung jederzeit voll mit, heißt es weiter - wobei gleich eingeräumt wird, dass die Staatsregierung wegen der Tarifautonomie keine Möglichkeit hat, auf die Löhne der Beschäftigten in sozialen Berufen direkt einzuwirken.

Um Erzieher zu entlasten, soll ein Verwaltungs- und Leitungsbonus kommen, sobald Mittel aus dem Gute-Kita-Gesetz vom Bund verfügbar sind: "Für eine durchschnittliche Einrichtung mit 60 betreuten Kindern wird der Bonus nach derzeitiger Planung etwa 12 500 Euro pro Jahr betragen." Damit könnte etwa die Kita-Leitung vom Gruppendienst freigestellt oder eine Verwaltungskraft eingestellt werden.