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Bildung - Marburg

Hessens Studentenausschüsse wehren sich gegen mehr Kontrolle

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Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens Studentenausschüsse wollen sich finanziell nicht von Externen zusätzlich in die Karten schauen lassen. Die Vertreter der Studierenden und der bundesweite Dachverband der Studentenschaften wiesen am Mittwoch Forderungen zurück, wonach die Allgemeinen Studentenausschüsse (Asten) in Zukunft Steuerberater und Wirtschaftsprüfer einsetzen sollen, um ihre Etats besser zu kontrollieren. Dies hatte der Präsident des Hessischen Landesrechnungshofs, Walter Wallmann, in der vergangenen Woche vorgeschlagen, nachdem vom Landesrechnungshof über Unregelmäßigkeiten in einigen Universitäten berichtet worden war.

"Engagement in Studentenschaften erfolgt ehrenamtlich, aber dennoch hochgradig professionell", sagte Isabel Schön vom freien Zusammenschluss der Studentenschaften und ergänzte: "Daher sind wir von den im Bericht aufgeführten Mängeln verärgert, da sie ein schlechtes Licht auf die Studentenschaft werfen." Ihrer Einschätzung nach würde durch die von Wallmann angeregten Veränderungen "künstlich in interne Prozesse" eingegriffen und die Autonomie der Studierendenschaft eingeschränkt.

Der Rechnungshofbericht hatte unter anderem darauf hingewiesen, dass in einer Universität von einem Asta-Mitarbeiter 74 000 Euro veruntreut worden seien. In Hessens Hochschulen fließen jedes Jahr rund fünf Millionen Euro an die Asten. Das Geld wird durch Beiträge der Studenten aufgebracht. Die Ausschüsse unterliegen der Rechtsaufsicht durch die Hochschulleitungen. Bei der Prüfung habe sich gezeigt, dass sieben der acht Hochschulleitungen jedoch ihrer Aufsichtspflicht gegenüber den Gremien nicht nachkamen, heißt es in dem Rechnungshofbericht.