Zweiter S-Bahn-Tunnel Zeil rechnet fest mit Bau der Stammstrecke

Seit dem gestoppten Flughafenausbau können die Befürworter der zweiten Stammstrecke wieder hoffen. Verkehrsminister Zeil hält sogar einen Baubeginn vor der Landtagswahl 2013 für möglich. Probleme gibt es allerdings noch mit der Umwidmung des Geldes.

Von Peter Fahrenholz und Mike Szymanski

Ungeachtet der Finanzierungsprobleme beim S-Bahn-Tunnel gibt sich Bayerns Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) optimistisch: "Die zweite Stammstrecke wird kommen", sagte Zeil am Montagabend bei einem Empfang des Wirtschaftsministeriums. Er rechnet sogar mit der Fertigstellung bis spätestens 2018. "In fünf bis sechs Jahren werden wir uns bei der Einweihung wiedertreffen."

Auf Nachfrage erklärte Zeil, er halte sogar einen Baubeginn noch vor der Landtagswahl im Jahr 2013 für möglich. Bis vor kurzem galt die Stammstrecke als überhaupt nicht finanzierbar. Erst seit dem gestoppten Flughafenausbau gibt es wieder Hoffnung. Stadt und Freistaat wollen ein 500 Millionen Euro Darlehen vom Flughafen abziehen und das Geld in den Stammstreckenbau stecken. Hierfür müssen jedoch in Berlin die Voraussetzungen geschaffen werden.

Dabei müssen aber zwei Klippen umschifft werden. Der Bundesanteil am Flughafendarlehen von 128 Millionen Euro kann nicht einfach umgewidmet werden, sondern fließt in den allgemeinen Bundeshaushalt zurück. Damit hätte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble die Hand auf dem Geld.

Weil Schäuble aber erfahrungsgemäß allergisch darauf reagiert, wenn er öffentlich unter Druck gesetzt wird, wird derzeit über diskrete Kanäle versucht, ihn zur Zustimmung zu bewegen. Im Bundesverkehrsministerium hält man sich deshalb mit Kommentaren zurück. "Wir stehen zur zweiten Stammstrecke", heißt es dort.

Die zweite Klippe ist rechtlicher Natur: Es muss geklärt werden, ob das Geld überhaupt in ein regionales Schienenprojekt gesteckt werden darf.