Zweite S-Bahn-Stammstrecke:Erst Neubau, dann Abriss

Sobald in Laim der neue Bahnsteig in Betrieb ist, wird der alte abgebrochen. Die Züge stadteinwärts sind dann über einen provisorischen Tunnel zu erreichen. Der Interimsaufzug soll noch ein Jahr zur Verfügung stehen

Von Christina Seipel, Laim

Ob es der Interimsaufzug war oder der Bau einer Fahrrad-Abstellanlage unter den Gleisen - im Laimer Bezirksausschuss (BA) kamen immer wieder Fragen zu den Bauarbeiten für die zweite Stammstrecke am Laimer Bahnhof auf, die erst einmal unbeantwortet blieben. Unter den Stadtviertelvertretern entstand der Eindruck, dass sich die Deutsche Bahn (DB) mit ihren Auskünften zu den Baumaßnahmen und den daraus resultierenden Einschränkungen zurückhält. Weil sie sich unzureichend informiert fühlten, hatten sie im Frühjahr einen Antrag gestellt, "frühzeitig und regelmäßig" über Baufortschritte aufgeklärt zu werden. Dieser Aufforderung ist die DB nun nachgekommen und hat zwei Vertreter in die jüngste Sitzung geschickt, die sich den Fragen des Laimer Gremiums stellten. Auch wenn am Ende einiges offen blieb - "es zeigt die Bereitschaft der DB", sagte CSU-Fraktionssprecherin Alexandra Gaßmann.

Damit das neue Gleis 1 Richtung stadtauswärts wie geplant im Frühjahr 2022 fertig wird, werde derzeit im Streckenabschnitt von Laim bis zur Donnersbergerbrücke intensiv gearbeitet, berichtete der Bürgerbeauftragte der Bahn, Jörg Mader. Um den Bauablauf zu beschleunigen, komme es dabei auch immer wieder zu Nachtarbeiten. Sobald der neue Bahnsteig in Betrieb gegangen ist, soll an der alten Laimer Plattform der Abbruch beginnen. Die Fahrgäste gelangen dann durch einen provisorischen Tunnel zu Bahnsteig zwei mit den stadteinwärts fahrenden S-Bahnen.

Baustelle Laimer Bahnhof

Nicht nur tagsüber sondern auch nachts soll in den nächsten Monaten gearbeitet werden, richtete die Bahn aus.

(Foto: Catherina Hess)

Damit die Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Menschen weiterhin gegeben ist, soll der Interimsaufzug über einen Steg an den neuen Bahnsteig eins angeschlossen werden. Zudem soll für die nächsten zwölf Monate eine taktile Wegeleitführung für sehbehinderte Passagiere errichtet werden, sagt Mader. Bis Herbst 2022, wenn auch dort die Rückbauarbeiten am Bahnsteig beginnen, soll der provisorische Lift den Fahrgästen in Laim zur Verfügung stehen. Was danach passiert, ist weiterhin unklar. An der Lösung für eine komplette Barrierefreiheit sei man noch dran, versicherte Mader.

Wie lange das städtische Grundstück an der Landsberger Straße 332, auf dem einmal die neue Feuerwache im Münchner Westen entstehen soll, noch von der DB als Lagerfläche für die Baumaßnahmen zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke genutzt wird, stehe auch noch nicht fest. Um den Bau einer Interimsfeuerwache zu vermeiden, hatten die Stadtviertelvertreter darauf gedrängt, die Logistikfläche vorzeitig zu verlagern. "Für uns ist der direkte Zugang zu den Gleisen wichtig", betonte Isabel Dresel von der DB. Zwar stehe man im Austausch mit der Stadt, eine konkrete Lösung zeichne sich aktuell jedoch noch nicht ab.

Ähnlich ernüchternd fiel die Antwort auf die Frage nach der vom Laimer Gremium gewünschten Fahrrad-Abstellanlage unter den Gleisen aus: Die Bahn sei dafür nicht zuständig, sagte Mader. "Unser Planungsauftrag wurde dahingehend nicht erweitert." Im BA kam der Vorwurf auf: "Da schiebt der eine es auf den anderen."

Dass die Bahn die Lokalpolitiker über Baufortschritte am Laimer Bahnhof informiert hat, war ein erster Schritt. Offen bleibt jedoch vorerst, wann der bereits 2020 geplante runde Tisch mit Vertretern der Stadt stattfindet.

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