Zusammenarbeit zwischen Stadt und Unternehmer-TUM:Ideen für Münchens drängendste Probleme

Im neuen Gründerzentrum im Kreativquartier Neuhausen soll an Lösungen für die Stadt der Zukunft geforscht werden

Von David Wünschel

Oberbürgermeister Dieter Reiter, Unternehmerin Susanne Klatten, EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen: Schon die Rednerliste bei der Eröffnung des Munich Urban Colab am Montag deutet an, welchen Stellenwert das neue Gründerzentrum in Neuhausen in der Münchner Tech-Szene einnehmen soll. Einen "Raum für Innovation und Begegnungsstätten" verspricht Reiter sich davon, und Ursula von der Leyen spricht von einer "Plattform zum Experimentieren und Vernetzen". Künftig arbeiten hier Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur Seite an Seite. So soll ein Ideenzentrum entstehen, in dem nach Lösungen für die Stadt der Zukunft geforscht wird.

Das Gebäude selbst entspricht den Vorstellungen von einem solchen Ort: Viel Glas, viel Beton, und irgendwann einmal soll sich hier eine Klettergurke durch vier Stockwerke ranken. Während der Eröffnungsfeier reichen Kellnerinnen einen Glasnudel-Thai-Beef-Salat, aus den Boxen wummern Lieder von Fritz Kalkbrenner und das Passwort für das Gäste-Wlan lautet "innovation". Das Gründerzentrum befindet sich im Kreativquartier Neuhausen; in direkter Umgebung gibt es ein Theater, mehrere Konzert-Locations und die Fakultät für Design der Hochschule München. Die Adresse ist passenderweise die Freddie-Mercury-Straße 5.

Zusammenarbeit zwischen Stadt und Unternehmer-TUM: Viel Licht und viel Platz für Kreativität gibt es im Munich Urban Colab.

Viel Licht und viel Platz für Kreativität gibt es im Munich Urban Colab.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Es brauche solche Orte wie das Gründerzentrum, an denen Wissenschaftler, Unternehmerinnen und Kreative sich gegenseitig inspirieren könnten, sagte Ursula von der Leyen in einer Grußbotschaft: "Hier können sie ihre Ideen weiterentwickeln und an den Markt bringen." Das Gründerzentrum ist Teil der EU-Initiative Neues Europäisches Bauhaus, die zukunftsgerichtete, nachhaltige Lebensweisen diskutieren und gestalten will. "Dafür müssen wir neu über unsere Städte nachdenken", so von der Leyen.

Genau das soll im Munich Urban Colab künftig passieren. Oberbürgermeister Dieter Reiter erwartet sich davon nicht nur eine Stärkung des Technologie-Standorts München, sondern auch Lösungen für drängende Probleme der Stadt in den Bereichen Wohnen und Mobilität. So brauche es beispielsweise Ansätze, wie man Hochhäuser bauen könnte, die bezahlbaren Wohnraum bieten. Außerdem hofft er auf Ideen, wie sich Reibungen zwischen Münchner Verkehrsteilnehmern verringern lassen. "Wir müssen alles dafür tun, dass unser München lebenswert bleibt und wir auch in Zukunft gerne durch die Stadt spazieren."

Zusammenarbeit zwischen Stadt und Unternehmer-TUM: Hier arbeiten künftig Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur Seite an Seite.

Hier arbeiten künftig Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Kultur Seite an Seite.

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Das Munich Urban Colab ist eine Zusammenarbeit zwischen der Stadt München und der Unternehmer-TUM, dem Zentrum für Gründer an der Technischen Universität München. Die Stadt stellt das Grundstück zur Verfügung, die UnternehmerTUM hat die Baukosten bezahlt. Das Gebäude beherbergt zahlreiche Büros, einen Sport- und einen Fitnessraum, ein Café, zwei Wintergärten und einen "MakerSpace", eine Hightech-Werkstatt mit spezialisierten Maschinen und Werkzeugen. Mehrere Dutzend Startups sind bereits eingezogen, auch Unternehmen wie BMW, Infineon und Siemens haben Büros angemietet. Die Stadt ist unter anderem mit einem Mobilitätslabor der Stadtwerke und der MVG vertreten.

© SZ vom 29.06.2021
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