Ausstellung:Drei Münchner drehen Star-Wars-Film - seit zehn Jahren

Ausstellung: Filmarbeiten in Tunesien: "Descendants of Order 66" ist abgedreht, Der Termin für die Premiere steht allerdings noch nicht fest.

Filmarbeiten in Tunesien: "Descendants of Order 66" ist abgedreht, Der Termin für die Premiere steht allerdings noch nicht fest.

(Foto: privat)

Von Martina Scherf

Zeit spielt keine Rolle, wenn es um die Rettung des Universums geht. Wichtig ist, wer am Ende siegt. Und dass sie irgendwann mit allen Widrigkeiten fertig werden, davon sind Lars Böhl, Veit und Benedikt Gallitz überzeugt. Vor zehn Jahren reisten die drei Münchner Studienfreunde nach Tunesien, entdeckten Matmata, wo Teile von "Krieg der Sterne" gedreht worden waren. Hobbyfilmer Böhl drehte im Wüstensand - daraus entstand die Idee: Lass uns einen eigenen Star-Wars-Film machen. Gedacht war an einen kurzen Fan-Film mit ein paar Sandtroopern.

Zehn Jahre später, nach Dreharbeiten in China, Malaysia, Tunesien und auf der Zugspitze, nach unzähligen Stunden Postproduktion hat das Werk Spielfilmlänge und ist noch immer unvollendet. "Kein Problem", sagt Böhl, im wahren Leben IT-Manager, "wichtig ist doch: Wir sind immer noch dabei und haben Spaß."

Böhl ist Produzent, Regisseur, Kameramann, Veit Gallitz, Lehrer, und sein Bruder Benedikt, Arzt, produzieren mit und spielen die Hauptrollen. Das Kernteam ist auf zehn Leute gewachsen, dazu kommt ein weltweites Netzwerk von Fans mit Fachkenntnissen. Kostüme aus Belgien, bearbeitete Dateien mit Special Effects aus Mexiko, Profisprecher aus England und den USA synchronisieren. Vor kurzem bot ein griechischer Multimedia-Künstler an, die Farbkorrektur zu machen. "Jede einzelne Szene muss nachbearbeitet werden, bei 100 Minuten Länge eine Wahnsinnsarbeit", sagt Böhl.

Alle arbeiten freiwillig, verdient wird nichts an dem Projekt. Der Film wird eines Tages umsonst ins Netz gestellt. Die Bilder sind aber jetzt schon erstaunlich gut - so gut, dass selbst Lucas-Film beeindruckt war. Ein Freund hatte den Trailer zu "Descendants of Order 66" mit nach San Francisco genommen. "Sie wollen den fertigen Film sehen, das freut uns natürlich riesig", sagen die drei Münchner.

Aus den Studenten sind in zehn Jahren Familienväter geworden, sie können nicht mehr einfach als Jedis durch die Wüste hüpfen oder ganze Wochenenden Kostüme basteln. Aber die Dreharbeiten sind ja auch beendet. Der Termin für die Premiere steht allerdings noch in den Sternen. "Macht nichts", sagt Böhl, "es ist das Abenteuer unseres Lebens."

Die Ausstellung

"Star Wars Identities" in der kleinen Olympiahalle ist von Samstag, 14. Mai, bis 17. Oktober, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Besucher treffen dort auf Darth Vader, R2-D2, Chewbacca, Boba Fett oder Yoda , sie begegnen dem Millennium Falken oder Anakins lebensgroßem Podracer und stellen sich auf einer interaktiven Reise einen eigenen Charakter zusammen - am Wochenende zum Preis von 24,95 Euro für Erwachsene und 17,95 für Kinder (unter der Woche drei Euro weniger). Die rund 200 Originalrequisiten, Modelle und Kostüme stammen aus dem Lucas Museum of Narrative Art. Ergänzt wird die Ausstellung durch Lesungen (am 23. Juni mit Hans-Georg Panczak alias Luke Skywalker), Vorträge, ein Lego-Star-Wars-Wochenende, einen Frauentag und ein Treffen mit dem Star-Wars-Zeichner Ingo Römling. mse

© SZ vom 14.05.2016 / MSE/axi
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