Nach Streckensperrung zwischen München und HolzkirchenAusflugstipps für ein staufreies Wochenende

Lesezeit: 3 Min.

Der Jochberg und der Walchensee sind öffentlich inzwischen wieder gut zu erreichen.
Der Jochberg und der Walchensee sind öffentlich inzwischen wieder gut zu erreichen. Manfred Neubauer

Die Zugstrecke von München nach Holzkirchen ist derzeit gesperrt – fünf alternative Tipps, die dagegen gut mit den Öffentlichen zu erreichen sind.

Von Isabel Bernstein und Benjamin Engel

Von Kochel aus an Seen oder in die Berge

Die Bahnstrecke zwischen Tutzing und Kochel war in den jüngsten Jahren immer wieder wegen Bauarbeiten gesperrt, seit Dienstag ist sie offen. Wer mit der Bahn vom Hauptbahnhof in München losfährt, braucht etwa eineinviertel Stunden bis nach Kochel am See. Bei hohen Temperaturen bietet sich der Kochelsee vor allem zum Baden an. Liegewiesen gibt es etwa an der Kristalltherme, an der Mündung des Lainbachs, im Ortsteil Altjoch oder am Finckberg beim Franz-Marc-Museum. Das ist ebenso ein guter Ausflugstipp, stellt das Museum doch Werke der Künstlervereinigung Blauer Reiter oder des deutschen Expressionismus aus.

Wer sich für Industrie- und Technikgeschichte interessiert, kommt im Informationszentrum des Walchenseekraftwerks auf seine Kosten; wer dagegen weiter ins Gebirge und zum Walchensee will, kann vom Kochler Bahnhof mit der Buslinie 9608 in zirka 20 Minuten den Kesselberg hinauf fahren. Ausleihmöglichkeiten für Boote und Wassersportgerät gibt es an beiden Seen. Von der Kesselberghöhe geht es auf den Jochberg oder Herzogstand.

Mit dem Bergbus Richtung Bayrischzell und Leitzachtal

Die Tour führt an schönen Almen vorbei.
Die Tour führt an schönen Almen vorbei. Benjamin Engel

Zur Wandersaison fährt der Bergbus an Wochenenden und Feiertagen von der Friedenstraße am Münchner Ostbahnhof nach Bayrischzell und bis über die Grenze ins österreichische Thiersee. Wer in Bayrischzell an der Alpenstraße aussteigt, hat nur ein kurzes Stück bis zum Wanderparkplatz Seeberg und damit zum Auftakt für eine Tour auf den 1538 Meter hohen Seebergkopf. Bis zum Gipfel dauert es zwei Stunden. Es geht an schönen Almen vorbei. Als Abstiegsvariante bietet sich der Weg über die historische Niederhoferalm und das Wackbachtal an. Über das Ursprungtal geht es zurück nach Bayrischzell. Die Strecke ist meist unschwierig, Trittsicherheit braucht es etwa im Wackbachtal aber schon.

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Wer noch weiter hinein ins Ursprungtal fährt, kann auch in nur 40 Minuten bis zum Sillberghaus aufsteigen. Dort gibt es auch ein kleines Almbad, für das allerdings der Zugang bei Veranstaltungen begrenzt sein kann. Wer will, kann auch ganz bis Thiersee fahren, den kleinen Gebirgssee umrunden oder den Tag im Strandbad verbringen.

Mit der S7 nach Wolfratshausen

Bei Sonnenschein lassen sich auch viele Bootsfahrer in der Pupplinger Au beobachten.
Bei Sonnenschein lassen sich auch viele Bootsfahrer in der Pupplinger Au beobachten. Iris Hilberth

Die Fahrt mit der Linie S7 vom Münchner Hauptbahnhof nach Wolfratshausen dauert eine Dreiviertelstunde. In der Flößerstadt können Familien mit Kindern etwa den neu gestalteten Berglehrpfad erkunden, den das Maskottchen Wolfi symbolisch begleitet. Interessant ist auch das moderne Museum der Stadt am Untermarkt 10. Im Gebäude sind zudem die Tourismusinformation und ein Café untergebracht. Bis in die Pupplinger Au und an die Isar ist es zu Fuß ein Stück. Dafür verspricht der Fluss mit seinen Kiesbänken Abkühlung.

Wer weiter an den Starnberger See will, kommt mit der Buslinie 373 vom Wolfratshauser Bahnhof bis zum Erholungsgelände Ambach. Es erstreckt sich über eine Länge von 2,5 Kilometern. Auf 14,1 Hektar Fläche gibt es Liegewiesen. Am Campingplatz in Ambach lassen sich auch Stand-up-Paddle-Boards ausleihen. Dort gibt es auch eine Strandbar und einen Einkaufsmarkt sowie ein Restaurant. Darüber hinaus können Gäste im Kiosk oder im Buchscharner Seewirt im Erholungsgelände einkehren.

Mit dem Zug an den Staffelsee

Am Staffelsee gibt es viele Plätze, die zum Reinspringen einladen.
Am Staffelsee gibt es viele Plätze, die zum Reinspringen einladen. Ursula Düren

Eine knappe Stunde dauert es vom Hauptbahnhof bis zum Halt in Murnau. Zu Fuß geht es in etwa einer Viertelstunde an einer Minigolfanlage vorbei zum Ufer des Staffelsees. In der sogenannten Schweinebucht existiert ein offenes Badegelände samt Einkehrmöglichkeiten. Zudem hält dort auch die Seenschifffahrt am Staffelsee. Wer will, kann auf Rundfahrt gehen und dann etwa in Seehausen stoppen. Dort gibt es ein Strandbad.

Immer wieder lohnend ist es ebenso, durch die Fußgängerzone in der Murnauer Altstadt zu flanieren, womöglich ein Café oder Gasthaus zu besuchen und sich in den Einzelhandelsgeschäften umzuschauen.

Bohlenwege im Murnauer Moos

Wildromantisch bahnt sich der Bohlenweg seinen Weg durchs Moos.
Wildromantisch bahnt sich der Bohlenweg seinen Weg durchs Moos. Maria Maar/imago images/Westend61

In der Nähe des vorangegangenen Tipps befindet sich auch das Murnauer Moos, das sich auf Rundtour etwa über den Bohlensteg entdecken lässt. Dafür fährt man von Murnau aus noch weiter mit dem Zug Richtung Oberammergau bis zur Haltestelle Grafenaschau, die etwas vom eigentlichen Dorf entfernt im Ortsteil Westried liegt. Über die Moosrainer Straße kommt man zur Forststraße „Im Langen Filz“, die schnell in den Wald hineinführt – für Kinder ein erstes Highlight, weil sie dort im Unterholz spielen, Beeren sammeln und Holzschwerter bauen können.

Nach knapp einem Kilometer macht der Weg vor einem privaten Grundstück einen Rechts- und kurze Zeit später einen Linksknick – der Bohlenweg beginnt. An Kiefern, Birken und Heidekraut vorbei wandert man mit traumhaftem Blick auf das Estergebirge. Unterwegs lädt ein Holz-Unterstand mit Sitzbänken und Tischen zur Rast ein, Kinder (oder ihre Eltern) können sich dort in einem Hüttenbuch verewigen.

Man kann den Bohlenweg als kleine Rundtour von zirka sechs Kilometer Länge gehen (Dauer: zirka eineinhalb Stunden), oder wer ambitionierter ist, wandert Richtung Ähndl weiter (zirka elf Kilometer beziehungsweise drei Stunden Gehzeit). Am Ähndl biegt man in westliche Richtung ab und erreicht nach einigen Minuten die Bahnstrecke. Dort kann man links Richtung Westried zurückgehen oder rechts zur Station Seeleiten-Berggeist abbiegen – dieser Weg ist der kürzere. Weil große Teile des Weges in der Sonne liegen, empfiehlt es sich an heißen Tagen, neben Sonnencreme genug Wasser und eine Kopfbedeckung dabei zu haben.

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