„Ein sterblich Ding bin ich“, beginnt eine der ältesten Opern, Claudio Monteverdis „Il ritorno d'Ulisse in patria“, gesungen von der menschlichen Zerbrechlichkeit selbst als Allegorie: „Die Zeit, die mich schuf, bekämpft mich zugleich.“ Es ist ein Stück, das Zubin Mehta nie dirigiert hat in seiner Zeit als Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper. Barockopern waren unter dem damaligen, vor sechs Jahren verstorbenen Intendanten Peter Jonas bereits Sache für entsprechende Spezialisten. Dafür stand Mehta bei vielen anderen Aufführungen am Pult, häufig auch bei Repertoire-Vorstellungen: Insgesamt 440 Opernaufführungen und Akademiekonzerte mit dem Bayerischen Staatsorchester hat er dirigiert, im Amt zwischen 1998 und 2006 und als immer gern gesehener Gast darüber hinaus. Das erste Akademiekonzert leitete er bereits 1975, das letzte 2023, damals sogar noch mit einer Uraufführung des Komponisten Minas Borboudakis.
Festkonzert zum 90. GeburtstagZubin Mehta dirigiert – allen Gebrechen zum Trotz
Lesezeit: 3 Min.

„Alles, was ich versuche, hier zu geben“, sagt er auf Deutsch, „bekomme ich von euch zehnfach zurück, und ich danke, danke, danke!“ Zubin Mehta beim Festkonzert zu seinen Ehren in der Bayerische Staatsoper.
Geoffroy SchiedZubin Mehta wirkt beim Konzert in München zerbrechlich wie nie. Doch für seine Menschlichkeit und seine Dankbarkeit wird er vom Publikum verehrt und geliebt.
