Zirkus Umgeplant

Fabian Zeidler und Luzie Söhner vor dem Winterquartier-Modell.

(Foto: Stephan Rumpf)

Architekturstudenten wollen Krone-Winterquartier besser nutzen

9 000 Quadratmeter mitten in München, beste Lage - nur zehn Minuten Fußweg bis zum Hauptbahnhof. Und im Sommer steht die Fläche fast komplett leer. Kaum zu glauben, eigentlich. Die Rede ist vom Winterquartier des Circus Krone. In der kalten Jahreszeit leben die Artisten hier in ihren Wohnwagen, im Sommer ziehen sie von Stadt zu Stadt. Architekturstudenten der Hochschule München überplanen das Areal gerade in einem Seminar. Ihr Fokus: Inklusion. Doch die Studenten meinen damit nicht nur Wohnraum für Behinderte - sie wollen einen Ort für alle Menschen schaffen: für Rollstuhlfahrer, Flüchtlinge, Obdachlose, Familien.

Luzie Söhner und Fabian Zeidler arbeiten zusammen an einen Entwurf. Bis zur Abgabe sind es noch einige Wochen, aber sie stecken schon in den letzten Zügen, nur die Feinarbeit fehlt noch. Ein wichtiger Aspekt in allen Arbeiten: Das Winterquartier soll für den Zirkus erhalten bleiben. Luzie Söhner und Fabian Zeidler haben sich deshalb überlegt, auf dem Gelände ein Café zu errichten - mit Rampe, so dass die Wagen auf dem Dach stehen könnten. Außerdem soll es auf dem Grundstück ein Hostel geben. "Die Artisten könnten dort überwintern. Und im Sommer wäre es für Touristen geöffnet", sagt Luzie Söhner. Auch die Werkstatt des Zirkus soll bleiben. Nur anders genutzt werden: Luzie Söhner und Fabian Zeidler stellen sich eine Art Repair-Café vor, wo sich weniger Talentierte von handwerklich Begabten etwas abschauen könnten. Auch in dem Café sollen die Gäste nicht nur Latte Macchiato schlürfen, sondern etwas lernen: und zwar kochen - Gerichte aus der ganzen Welt. "Vielleicht von Flüchtlingen", sagt Söhner. Denn für die soll es auf dem Grundstück außerdem eine Sprachschule geben. Und was in München natürlich auch nicht fehlen darf: bezahlbarer Wohnraum.