Zehn Jahre Facebook Prominenz online

Nackter Oberkörper, angesagtes Tattoo, gestylte Haare: So präsentiert sich Marcel Nguyen seinen Fans auf Facebook. In der Hand hält er stolz zwei Silbermedaillen. Die hat der Kunstturner aus München bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewonnen. Seit damals ist der DeutschVietnamese mit dem stahlhart trainierten Oberkörper bekannt und beliebt. Mehr als 259 000 Fans mögen seinen Auftritt in dem sozialen Netzwerk. Auf seiner Facebook-Seite findet man Fotos seiner Wettbewerbe, seiner Reisen und seiner Freundin. Letzteres scheint die weiblichen Fans nicht zu stören, sie schreiben weiterhin unter die Fotos des leicht bekleideten Sportlers schwärmerische Kommentare wie "Sexy", "Geiler Kerl" und "Ein Traum von einem Mann".

Es gehört für prominente Sportler zum Geschäft, einen Facebook-Account zu haben. Nach dem Motto: Die Zahl der Gefällt-mir-Angaben, also der Bekanntheitsgrad, sagt auch etwas über den Marktwert eines Sportlers aus. Und jeder präsentiert sich unterschiedlich und bekommt verschiedene Reaktionen. Bei Sebastian Schweinsteiger zum Beispiel schmachten Frauen nicht so offensiv auf der Pinnwand, dafür kann der FC-Bayern-Spieler mit knapp 2,8 Millionen Fans angeben.

Klar, dass die Sportler ihre Fan-Seiten auf Facebook nicht unbedingt selbst pflegen. Wofür gibt es denn Manager und PR-Leute? Doch bei Schweinsteiger findet man immer wieder sogenannte Selfies (selbst mit der Handykamera aufgenommene Bilder), etwa im Bademantel am Pool oder in der Sonne auf einer Plaza in Valencia. Schweinsteiger weiß sich darzustellen. Sogar mit Heino posiert der medienerfahrene Bayern-Profi. "Super Typ!", postet er über den volkstümlichen Schlagersänger.

Nicht immer bekommen Prominente positive Resonanz auf ihrem Profil. Bisweilen wird Schweinsteigers Seite auch von Fans gegnerischer Mannschaften geentert. Da ist dann ziemlich Unflätiges - an dieser Stelle nicht Druckreifes - zu lesen.