Serien-Relaunch von "Kommissarin Lucas":Eine Polizistin zieht um

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Kommissarin Lucas; Kommissarin Lucas

Umgezogen: Magnus Guttmann (Heino Ferch) heißt Ellen Lucas (Ulrike Kriener) in Nürnberg willkommen.

(Foto: Barbara Bauriedl/ZDF)

Schauspielerin Ulrike Kriener über ihre Rolle als TV-Kommissarin Lucas und deren Versetzung von Regensburg nach Nürnberg.

Interview von Marleen Beisheim, Nürnberg

Die Münchner Schauspielerin Ulrike Kriener ermittelt seit 2003 als "Kommissarin Lucas". Nach 30 Folgen in Regensburg, zieht Ellen Lucas für den Relaunch der ZDF-Krimireihe nach Nürnberg. Ausgestrahlt wird "Kommissarin Lucas - Nürnberg" am 6. Februar um 20.15 Uhr im ZDF. Gedreht wurde die 31. Folge vom 11. bis 13. März 2020, also direkt vor dem Corona-Lockdown.

SZ: Was war Ihre persönliche erste Reaktion auf den Relaunch in Nürnberg?

Ulrike Kriener: Ich war schon verblüfft, denn wir hatten über die Jahre immer sehr gute Quoten. Was sollte da ein Relaunch? Aber dann habe ich die Chance einer Standortbestimmung gesehen, denn die ist auch mit einem Rückblick verbunden. Mit Christian Jeltsch, dem wichtigsten Autoren dieser Reihe, und Thomas Berger, der die Lucas-Reihe von Anfang an geprägt hat, konnten wir fragen: Was waren die Stärken, was hat sich im Laufe der Jahre als nicht so tragfähig erwiesen, was hat sich toll entwickelt, was haben wir übersehen?

Was bedeutet so ein Neustart für eine Anfang 60-Jährige?

Das ist für eine Frau in dem Alter schwer. Und führt ihr sehr klar vor Augen, dass sie zwar eine gute Polizistin ist, aber dass es ihr im Laufe ihres Berufslebens nicht gelungen ist, verbindliche Beziehungen zu gestalten. Sie hat keinen Mann, keine engen Freundschaften. Sie ist eine Frau, mit sozialen Defiziten, die nun neu anfangen muss.

Wie ist es für Kommissarin Lucas, in ein komplett neues Team zu kommen?

Vor 18 Jahren ging sie in ihr neues Team wie eine Dampfwalze und sagte: "Ich bin jetzt hier, und ich bestimme." Es war normal, einen autoritären Ton anzuschlagen. Aber in Nürnberg wird ihr gespiegelt: Hier wird nicht delegiert, sondern wir arbeiten auf Augenhöhe und im Team.

Wie waren die ersten Drehtage, auch mit den neuen Kommissaren, gespielt von Claudia Kottal und Sebastian Schwarz?

Die neuen Kollegen sind einfach ein großes Glück. In jeder Hinsicht. Das hat sofort gefunkt. Das sind zwei sehr kompetente und tolle Schauspieler - auf der anderen Seite gibt es auch einen Schmerz über den Verlust von Michael Roll, Lasse Myhr oder Jördis Richter, die bei den bisherigen Folgen mit dabei waren. Aber der größte Verlust ist natürlich Tilo Prückner, der im letzten Jahr gestorben ist.

Wenn Sie zu der ersten Folge in 2003 zurückblicken, was war für Sie bei diesem Dreh anders?

Wir haben ja angefangen mit Stöckelschuhen auf Kopfsteinpflaster, davon sind wir weit entfernt. Sicher habe ich mehr Selbstbewusstsein, aber ich bin immer noch aufgeregt, wenn die Dreharbeiten beginnen. Und dann ist da das Gefühl, dass mir diese Frau im Laufe der Jahre so nahegekommen ist. Und, dass es für mich als Schauspielerin nicht immer "auch das Neue" ist. Also der neue Fall, die neue Konstellation, die neue Rolle, sondern dass ich auch mit einer einzigen Rolle immer tiefer gehen kann, immer differenzierter und immer freier werden kann.

Direkt nach dem Dreh kam der Lockdown. Was hat sich in diesem Corona-Jahr für Sie als Schauspielerin verändert?

Projekte sind ausgefallen oder sollen jetzt nachgeholt werden. Es ist eine ganz andere Art des Drehens geworden. Wir drehen mit Masken, wir werden oft getestet, und wir halten Abstand. Vorher waren wir eine Branche, die mit Abstand sicher gar nichts zu tun hatte. Das gesamte Team arbeitet nah körperlich zusammen. Früher hat ein Blick in das Gesicht des Regisseurs ausgereicht, um zu wissen, ob er mit der Szene zufrieden war. Das geht jetzt nicht, weil er eine Maske auf hat. Wir spüren den Abstand überall im Alltag, so auch beim Dreh. Ich empfinde das als großen Verlust.

In den kommenden Jahren werden Sie jetzt wohl öfter in Nürnberg drehen. Was verbinden Sie mit der Stadt?

Noch nicht so viel. Es ist eine Stadt mit einer großen Geschichte, ohne Frage, und es ist auch eine sehr schöne Stadt. Ich bin einfach gespannt. Ich werde mir Nürnberg bei Spaziergängen erlaufen.

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