Kneipe Gärtnerplatzviertel "Zappeforster" Der Lack bröckelt

Mit seinem minimalistischen Charme könnte das Zappeforster am Gärtnerplatz auch in Berlin stehen. Perfekt ist es hier nicht, aber das macht gar nichts. Gemütlich ist es trotzdem.

Von Ana Maria Michel

Vom Gärtnerplatz aus ist nicht weit zum Zappeforster. Schon bevor man in die Corneliusstraße einbiegt, steht man vor einem Schild, das den Weg weist. Im Sommer kann man sogar auf Stühlen der Kneipe direkt auf dem Gärtnerplatz sitzen und dem regen Treiben zuschauen. Um die Ecke befindet sich dann gleich das Zappeforster. Wenn es draußen warm ist, laden die großen offenen Fenster jeden ein, der auf der Suche nach einem gemütlichen Plätzchen ist.

Gemütlich ist es im Zappeforster wirklich und eine Erklärung für den merkwürdigen Namen ist auch schnell gefunden: er setzt sich aus den Nachnamen der Besitzer Andi Zappe und Sandra Forster zusammen. Letztere steht für innovative Gastronomiekonzepte in München. So betreibt sie neben dem Zappeforster auch das Ausbildungsrestaurant Roeckl am Roecklplatz und wird ab März im ehemaligen Mövenpick am Lenbachplatz mit fünf anderen Wirten das Künstlerhaus Grill & Farm  eröffnen.

Im Zappeforster, das 2003 eröffnet wurde, schmeißt die Kellnerin den Laden an diesem Samstag Abend alleine. Um 22:15 Uhr sind alle Tische besetzt und es kann etwas länger dauern, bis die Getränke kommen, aber die Bedienung wirkt souverän und freundlich.

Großes Angebot trotz kleiner Karte

Das Angebot der kleinen Karte, die an einen Notizblock erinnert, ist vielfältig und die Preise sind durchaus human. Das Helle bekommt man hier für 3 Euro. Beliebt bei den Gästen ist außerdem der Rotwein, zu dem ein kleines Glas Wasser serviert wird. Waffeln mit hausgemachtem Kompott für 3,50 bis 4,50 Euro und Toasts werden für den kleinen Hunger angeboten.

Die Karte fördert die Kommunikation zwischen den Gästen, denn es gibt nur wenige der heiß begehrten Exemplare. Zur lockeren Atmosphäre trägt auch bei, dass die Tische und Stühle im hinteren Teil der Kneipe dicht an dicht stehen. Hocker und Stühle werden herumgetragen, die Gäste kümmern sich selbst um das Arrangement der Sitzgelegenheiten. Die Bänke sind leider etwas unbequem, die Plätze am Fenster sollte man mangels Anlehnmöglichkeiten besser vermeiden.