Hip-Hop-Konzert in MünchenRap gegen Nazis

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Zu seinem zehnten Geburtstag bekam Yung Pepp einen Besuch im Studio geschenkt. Von da an war er „komplett gefesselt“.
Zu seinem zehnten Geburtstag bekam Yung Pepp einen Besuch im Studio geschenkt. Von da an war er „komplett gefesselt“.
Zeitfang

Der Leipziger Yung Pepp ist gerade einmal 17 Jahre alt und positioniert sich in seinen Rap-Texten gegen rechts. Nun ist er zum ersten Mal auf Tour und kommt in der Milla in München vorbei.

Von Sandra Langmann

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Pepe sitzt in seinem Kinderzimmer und ärgert sich. Darüber, dass die Ferien vorbei sind und ihn die Schule wieder vom Wesentlichen abhält. Mit dem Gefühl, dass die Welt so weit offensteht und die Lernerei einen vom Loslegen abhält. Pepe ist gerade mittendrin im Zwischendrin zum Erwachsensein. Der übliche Struggle eines 17-Jährigen, nur dass Pepe gerade wirklich auf sehr glühenden Kohlen sitzt. Denn seine allererste Tour steht an – und damit auch das Konzert am 18. Januar in der Milla.

Generell ist der Zwischendrin-Prozess voller Eindrücke, die bei Pepe aka Yung Pepp rausmüssen. Schon als Zehnjähriger schreibt er auf, was ihn umtreibt. Und dann bekommt er von seinem Vater, selbst Hobbymusiker, zu seinem zehnten Geburtstag einen Studiobesuch geschenkt und den ersten Song aufgenommen. „Die Qualität war zwar nicht so gut, aber es hat so viel Spaß gemacht. Von da an war ich komplett gefesselt.“ Den Song „Rainbow Road“ hat er über seine verstorbenen Opas geschrieben. In dem Kinderzimmer, in dem er auch heute sitzt und als 17-Jähriger, schwarze Kapuze, blonde Locken, Zahnspange, über seine Anfänge nachdenkt.

Pepe hat Talent und einfach Spaß an der Sache. Sie nehmen die ersten Songs professionell, auf und mit 13 Jahren veröffentlichen Pepe und sein Vater die erste EP „13“ selbst, ohne Label.

Vor allem seine Songs, die 2025 erschienen sind, kommen gut an. Sie reihen sich ins Indie-Rap-Genre, haben einen leichten Flow und bleiben im Ohr hängen. Zu verdanken ist das dem Musikproduzenten Florida Jucy. „Er hat einfach eine Nachricht auf Instagram geschrieben. Wie krass!“ Pepe kannte ihn als Produzenten von Kid Kapri. „Und dann schreibt er einfach und kam nach Leipzig.“ Da war Pepe 14. Er hat aber nicht nur mit großen Augen aufgeregt zugehört, sondern es wurde am ersten Song getüftelt und das Potenzial entdeckt. 2024 entstand der Song „Junge Träume aus Gold“.

Florida Jucy war es auch, der Yung Pepp zu politischeren Texten ermutigte. Denn auf den zweiten Blick sind Pepes Texte alles andere als nur Gute-Zeit-Haben beim Wassereisessen. Bei Wassereis rappt er „Fuck Nazis, aber ich hau’ keinem Nazi aufs Maul. Weil Gewalt ist keine Lösung für das alles, vertrau.“ Oder in „Junge Träume aus Gold“ dass er eine Mütze mit der Fuck-Nazi-Aufschrift trägt. „Ich musste mir wirklich auf der Straße Anfeindungen dazu anhören. Ich hab’ Florida Jucy davon erzählt, und er meinte, nimm das doch in den Song mit auf.“ Die Reaktion darauf: „Die Leute haben mir geschrieben, wie mutig sie das finden. Dabei fand ich es gar nicht so mutig.“ Pepe wohnt im Osten, ist aber doch in einem Umfeld in Leipzig aufgewachsen, das offen und bunt ist. „Mir war das zuerst gar nicht so bewusst, welche Auswirkung diese Zeilen haben können.“ Doch das Feedback zu seinen Songs ist – vor allem aus dem Osten – positiv. Die Leute sind dankbar für seine Zeilen.

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Pepe ist nicht nur sehr musikalisch mit Gitarre und Klavier aufgewachsen. Es braucht auch Leute wie seinen Manager Jonas Scharf, damit seine erste Tour auch stattfinden kann. Da Pepe noch nicht volljährig ist, müssen bestimmte Auflagen erfüllt werden. „Bei den Tourstopps haben wir unter 16 angemeldet. Das heißt, dass die Konzerte nicht länger als bis 22 Uhr dauern dürfen, Jugendliche ab 14 Jahren können aber ohne Begleitung ihrer Eltern zum Konzert kommen“, erklärt Jonas. Auch das „Splash!“-Festival 2025 musste darauf Rücksicht nehmen.

Wenn es aber doch mal länger gehen sollte, muss das vorher beim Jugendamt gemeldet werden. Außerdem sind der Manager und die Eltern im engen Austausch, damit nicht alles zu viel wird. Die Schule und die Ausbildung zum Sozialassistenten stehen bei Pepe an erster Stelle. „Man weiß ja nie, ob das mit der Musik tatsächlich klappt.“ Vernünftig. Und so finden die Konzerte immer am Wochenende statt, Berlin und Hamburg sind sogar ausverkauft.

Yung Pepp, Sonntag, 18. Januar, 19 Uhr, Milla Club

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