Wunschzettel der Planer Die U-Bahn-Pläne

Für MVG-Chef Herbert König ist es eines der drängendsten Probleme: Mit einer neuen Innenstadt-Linie, genannt U 9, könnten die aus allen Nähten platzenden Linien U 3 und U 6 entlastet werden. Das Projekt steht aber noch am Anfang, derzeit wird eine erste Machbarkeitsstudie erstellt. Die Finanzierung ist unklar: Da die Innenstadt schon sehr gut erschlossen ist, dürfte es schwierig werden, die nötige Kosten-Nutzen-Relation zu erreichen.

Das gilt auch für andere U-Bahn-Pläne, etwa die U 5-Verlängerung nach Pasing, die in Konkurrenz zur zweiten S-Bahn-Stammstrecke steht. Dennoch machen sich CSU und FDP dafür stark, weil sie die U 5 gerne weiter ins Neubaugebiet Freiham verlängern würden.

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MVG-Fahrplanwechsel

Was sich alles ändert

Am Sonntag stellt die MVG ihren Fahrplan um. Damit mehr U-Bahnen fahren können, werden die Züge von zusätzlichem Personal abgefertigt. Besonders überfüllte Linien werden durch Expressbusse entlastet. Ein Überblick über die wichtigsten Veränderungen.   Von Marco Völklein

Ganz ähnlich die Situation im Osten: Auch die U 4-Verlängerung nach Englschalking führt durch eher dünn besiedeltes Gebiet, könnte aber sinnvoll sein, um das geplante Neubaugebiet östlich der S 8-Trasse an das U-Bahn-Netz anzuschließen. Solche Ideen sind aber noch in weiter Ferne.

Konkreter dagegen sind die Pläne zur U 6-Verlängerung nach Martinsried. Hier streiten sich der Freistaat und die Gemeinde Planegg noch darüber, wer die Risiken des 70-Millionen-Euro-Projekts trägt.

Die Trambahnen

Weil neue U-Bahnen teuer sind, will Rot-Grün neue Viertel lieber mit der Tram erschließen - etwa mit der Tram-Querspange im Münchner Norden, wo die bestehende 23er verlängert und mit einer Querverbindung zwischen den U-Bahnhöfen Am Hart und Kieferngarten ergänzt werden soll.

Im Westen soll die 19er-Tram von Pasing ins Neubaugebiet Freiham verlängert werden, um das Areal in Nord-Süd-Richtung zu erschließen und an die nahen S-Bahn-Stationen anzubinden. Möglich auch, dass im Osten eines Tages eine Linie von der St.-Emmeram-Tram am Cosimabad abbiegt zum S-Bahnhof Englschalking und von dort weiter in das Neubaugebiet östlich der S 8.

Zudem macht sich Rot-Grün stark für die Trambahn-Westtangente in der Fürstenrieder Straße - gegen den erbitterten Widerstand von CSU und FDP sowie einer Anwohner-Bürgerinitiative. Widerstand gibt es auch bei der Tram durch den Englischen Garten, die Schwabing und Bogenhausen verbinden könnte.

Konkrete Pläne (und keine Gegner) gibt es dagegen für die Steinhausen-Tram, die womöglich Ende 2015 in Betrieb gehen könnte - und dann vom Max-Weber-Platz nach Berg am Laim führen soll.