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Wolle mit Verantwortung:Merino ohne Schmerz

(Foto: Catherina Hess)

Schon als Praktikantin in London und New York war Anna Sophie Howoldt klar, dass sie mit ihrer Mode einmal einen verantwortungsbewussteren Umgang pflegen möchte mit Material, Tier und Mensch. Heute, mehr als zehn Jahre nach der Gründung ihres Stricklabels "Ansoho", bezieht die Wahlmünchnerin mit dem Atelier im Dreimühlenviertel die Merinowolle für ihre Designs von einem österreichischen Garnhersteller, der nach den Richtlinien der "kbt" arbeitet, der kontrolliert biologischen Tierhaltung. Das bedeutet zum Beispiel: kein gentechnisch verändertes Futter oder keine Pestizide auf den Weiden. Und die schmerzhafte, vornehmlich in Australien angewandte Prozedur des "Mulesing" ist natürlich tabu. Damit die Schafe mehr Wolle liefern, werden ihnen zusätzliche Hautfalten angezüchtet - eine ideale Brutstätte für Maden, besonders am Hinterteil, weshalb die Hautlappen um den Schwanz ohne Betäubung weggeschnitten werden. Ein generelles Übel sieht Howoldt in der Überproduktion der Mode, der Masse an Ware, die den Markt permanent fluten. Sie setze daher zunehmend auf Klassiker: elegante Strickmäntel oder bequeme Hosen aus umweltschonend aufbereiteter Wolle, die sogar in die Waschmaschine dürfen.