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Zwei Koppeln bei Wackersberg:Ziegen als Pflanzenschützer

Markus Henning vom Maschinenring markiert mit roten Bändern den Verlauf des Weidezauns in den Isarauen.

(Foto: privat)

Für das Beweidungsprojekt in den Isarauen werden derzeit die Zäune errichtet

Seit einer Woche wird ein Weidezaun entlang der Isar auf Höhe der beiden Straßen Bibermühle und Bocksleiten in Wackersberg gebaut. Die beiden Koppeln umgeben Flächen mit Arten von Magerrasen, die für die Isar typisch sind und nun durch eine Beweidung mit Ziegen geschützt werden sollen. Dieses Projekt, das vom Isartalverein getragen wird, läuft im Zuge des Hotspot-Programms "Alpenflusslandschaften - Vielfalt leben von Ammersee bis Zugspitze", das vom Bundesamt für Naturschutz und dem Bayerischen Naturschutzfonds finanziell gefördert wird.

Als Grund für das Vorhaben nennt der Isartalverein, dass durch die zunehmende Verbuschung mit Wacholder, Kiefer, Weiden, anderen Bäumen und Sträuchern immer weniger Licht auf den Boden der Flächen fällt, die vor 70 Jahren noch fast völlig frei von Gehölzen waren. Dadurch hätten lichthungrige Pflanzenarten wie der Alpenschwemmling, die Herzblättrige Kugelblume, das Geschnäbeltes Leinblatt oder die Silberwurz kaum noch eine Chance zum Überleben. Gleiches gelte auch für den Stengellosen Enzian oder die Mehlprimel, die jetzt im Frühling gerade blühen.

Verantwortlich für die starke Zunahme von Bäumen und Sträuchern sind nach Auskunft des Vereins "viele kleine und teils große flussbauliche Maßnahmen wie beispielsweise der Bau des Sylvensteinspeichers". Diese dienten dem Schutz von Siedlung und Infrastruktur und hätten schon vor über 100 Jahren begonnen, wodurch allerdings "die Umlagerungsstrecke der Isar, bei der sich der Fluss nach jedem Hochwasser in seinem breiten Kiesbett veränderte, stark eingeschränkt" worden sei.

Die Zäune sind so geplant, dass für Spaziergänger genügend Wege bleiben sollen, um ungehindert an die Isar zu gelangen. Die Beweidung der Aue mit Ziegen beginnt voraussichtlich Mitte Juni. Der Isartalverein wird bei dem Projekt von der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen und vom Wasserwirtschaftsamt Weilheim unterstützt. Die Umsetzung und Betreuung der Maßnahmen wurden Markus Henning vom Maschinenring Wolfratshausen übertragen.

Alle Beteiligten bitten die Bevölkerung um Verständnis für dieses Naturschutzprojekt, mit dem die einst weite und offene Landschaft der oberen Isar stellenweise wieder hergestellt werden soll. Im Lauf des Jahres werden auch Führungen in die Aue angeboten.

Infos unter www.alpenflusslandschaften.de