Süddeutsche Zeitung

Zur Kommunalwahl in Penzberg:"Ein bunter Haufen"

Die neue politische Gruppierung "Penzberg Miteinander" plant den Machtwechsel im Rathaus. Zu den Schwerpunkten Wirtschaft, Soziales und Umwelt wird mit Bürgern ein Programm erarbeitet

In der politischen Landschaft der Stadt Penzberg tut sich was. Am Montagabend hat sich die neue Gruppierung "Penzberg Miteinander" um den parteifreien Stadtrat Markus Bocksberger der Öffentlichkeit präsentiert. Ihr Ziel: eine neue Politik und damit verbunden der Machtwechsel im Rathaus. Weg vom "Übereinanderschimpfen", hin zum "Miteinanderreden", wie Bocksberger sagte. Mit drei Themen möchte die Gruppierung beim Wähler punkten: Umwelt, Wirtschaft und Soziales.

Dass "Penzberg Miteinander" neue Wege vor allem in der Gesprächskultur gehen möchte, veranschaulichte dieser erste Abend im Café Extra. Das Team um Bocksberger lud die Anwesenden ein, an Stehtischen im Dialog mit je einem Mitglied der Gruppierung Vorschläge und Ideen zu den drei Schwerpunkten einzubringen. Was dabei zusammengetragen wurde, wolle man sichten, zusammenfassen und bei drei Themensitzungen im September und Oktober nochmals gemeinsam erörtern, sagte Anette Völker-Rasor, die zum harten Kern von "Penzberg Miteinander" gehört. Zu diesem zählen auch die frühere Grünen-Stadträtin Bärbel Scholz, Michael Schwarz und Monika Uhl, Vorsitzende der Gewerbevereinigung "Pro Innenstadt".

Schlechtes Klima im Rathaus

Vor dem Austausch fand Bocksberger deutliche Worte über die Zustände in der Stadt. Am Anfang habe für ihn und seine Mitstreiter die Frage gestanden, ob Penzberg überhaupt eine neue politische Gruppierung vertrage. Die Antwort lautet für "Penzberg Miteinander" Ja, denn allerorten herrsche das Gefühl, dass sich im Rathaus etwas ändern müsse. 15 Prozent der städtischen Angestellten hätten in den vergangenen fünf Jahren gekündigt, also seit der Wahl von Bürgermeisterin Elke Zehetner (SPD). Im Rathaus sei das Klima schlecht. Die Angst gehe um. Bocksberger erinnerte daran, dass der Personalrat 2018 zurückgetreten sei. Verwaltung und Stadtrat drifteten immer mehr auseinander.

"Penzberg Miteinander" sei parteifrei und unabhängig. "Wir sind ein bunter Haufen", den eines eine, sagte Bocksberger,: "Wir wollen etwas erreichen, aktiv gestalten, frischen Wind ins Rathaus bringen und Penzberg lebenswerter machen." Die Stadtverwaltung müsse wieder angstfrei arbeiten können. Es gelte, "alte Projekte" abzuarbeiten, wobei aus seiner Sicht dazu "sündhaft teure Beraterfirmen" nicht notwendig seien. Er selbst sehe sich als "Bürger-Meister", mit Betonung auf "Bürger", und nicht als "Top-Verwalter", betonte Bocksberger, der 2018 die Fraktion der SPD im Stadtrat wegen unüberwindlicher Differenzen mit Zehetner verlassen hatte.

Der Name der Gruppierung sei Programm. Nur mit den Bürgern, die ihre Lebenserfahrung und Kreativität einbrächten, könnten die komplexen Herausforderungen der Zeit gemeistert werden. Ihm gehe es um eine nachhaltige Politik. So müssten Familien gestärkt, bezahlbarer Wohnraum auf städtischem Grund geschaffen und Senioren in die Mitte der Gesellschaft gerückt werden. Die Vereine möchte Bocksberger wieder finanziell fördern wie vor der Kommunalwahl 2014. "Nicht nur in einem Wahljahr."

Ferner plant die Gruppierung, eine eigene Abteilung Klimaschutz in der Stadtverwaltung zu schaffen wie auch einen Vollzeit-Wirtschaftsförderer einzustellen, der Unterstützung von einem ehrenamtlichen Wirtschaftsbeirat erhalten soll.

"Penzberg Miteinander": Themenfeld "Soziales" am Mittwoch, 25. September; Themenfeld "Wirtschaft" am Mittwoch, 9. Oktober; Themenfeld "Umwelt" am Donnerstag, 24. Oktober; jeweils 19 Uhr im Café Extra, Gut Hub

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SZ vom 18.09.2019
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