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Zur Kommunalwahl 2020:CSU en bloc

Die Geretsrieder Christsozialen stellen ihre Liste für die Stadtratswahl auf. Vorsitzender Ewald Kailberth nennt Ziele wie Wohnbauförderung, Verkehrs- und Klimaschutzkonzept: "Wir scharen uns hinter dem Bürgermeister"

Sechs von 30 Kandidaten sind Frauen, und der erste Vertreter der Jungen Union steht auf Platz 14: Die Geretsrieder CSU hat am Mittwochabend in den Ratsstuben ihre Stadtratsliste für die Wahl 2020 aufgestellt. Eine Vorstellung der einzelnen Bewerber fand nicht statt, die Liste wurde wie vom Vorstand intern vorbereitet gewählt: en bloc und ohne Veränderung der Reihung. Fragen nach Quoten von Frauen oder jungen Partei-Repräsentanten wurden ebenso wenig aufgeworfen wie solche nach der künftigen Politik. Die CSU stellt in der aktuellen Wahlperiode 14 von 30 Stadträten.

Der Ortsvorsitzende Ewald Kailberth erklärte zu Beginn der Versammlung: "Den Bürgermeister haben wir schon einstimmig im Februar nominiert, und hinter seiner Politik gilt es nun, dass wir uns scharen und diese in die Zukunft hineintragen." Am Ende der sehr kurzen Versammlung stellte er zufrieden fest, es sei alles "schneller als gedacht" vonstatten gegangen.

Kailberth zählte die laufenden und begonnenen Projekte der Stadt auf, von Hallenbad, Eisstadion und Mittelschule bis zum Wohnbauvorhaben an der Banater Straße, das der Investor Krämmel plant. Wohnen sei ein Grundbedürfnis, so betonte er, es gehöre zur Lebensqualität. Deshalb sei es eine der wichtigsten kommunalen Aufgaben, Baumöglichkeiten zu schaffen und die Errichtung preisgünstiger Wohnungen zu unterstützen. Zur Wohnqualität gehörten auch Grünflächen und gut erreichbare Geschäfte, Behörden, Kultur- und Sport-Einrichtungen.

Eine frühere Sitzung der Geretsrieder CSU.

(Foto: Hartmut Pöstges)

Für die nächste Wahlperiode nannte Kailberth verschiedene Maßnahmen, die teils schon begonnen sind, so das Klimaschutzkonzept, einen Sportentwicklungsplan, ein Verkehrskonzept mit Verlegung der B 11, Verlängerung der S-Bahn nach Geretsried und "Lösung der gemeinsamen Verkehrsfragen im Mittelzentrum". Außer Wohnen, Kinderbetreuung, Sport und Freizeit erwähnte er als Aufgabe "die Unterbringung, Integration und gesellschaftliche Teilhabe von Asylanten".

Zur Stadtratsliste sagte Kailberth, deren Aufstellung sei nicht einfach gewesen. An Kandidaten habe es nicht gefehlt. Der Vorstand hatte entschieden, dass nur Parteimitglieder nominiert werden können. Nach der Versammlung antwortete der CSU-Ortsvorsitzende auf die Frage der SZ, warum nur wenige Frauen nominiert worden seien, er habe so viele vergeblich gefragt, dass er sich schon "wie ein Stalker" vorgekommen sei. Auch die jungen Parteileute hätten nicht weiter vorn platziert werden wollen.

An der Versammlung nahm auch Volker Reeh teil, der aktuell noch Stadtrat der CSU ist. Auf der Liste tauchte sein Name nicht auf, und in der Versammlung fragte niemand danach. Der SZ sagte Reeh, er hätte durchaus wieder kandidieren wollen. Kailberth erklärte dazu, der Vorstand habe dies in seiner internen Besprechung abgelehnt. Die Frage, ob dies mit Reehs harter Haltung gegen das große Wohn- und Geschäftshaus der Krämmelgruppe am Karl-Lederer-Platz zu tun habe, beantwortete Kailberth ausweichend. "Es gibt da Probleme", sagte er, erklärte aber auf Nachfrage nur dies: "Man hat sich auseinandergelebt, wie in einer Ehe."

Die Liste der CSU: 1. Michael Müller, 2. Sabine Gus-Mayer, 3. Gerhard Meinl, 4. Sabine Lorenz, 5. Christos Saridis, 6. Ewald Kailberth, 7. Martin Huber, 8. Andreas Rottmüller, 9. Karin Schmid, 10. Franz Wirtensohn, 11. Hans Ketelhut, 12. Helga Knoppek, 13. Erwin Knöbl, 14. Alexander Totzauer, 15. Andreas Ofenbeck, 16. Peter Fischer, 17. Andreas Bittner, 18. Florian Sachers, 19. Robert Meyndt-Schmidt, 20. Martin Beese, 21. Christiana Suden, 22. Sascha Ernstberger, 23. Alexander Lang, 24. Josef -Angelus Orthuber, 25. Siegfried Lindmeier, 26. Reinhold Mayer, 27. Marion Wedershoven, 28. Markus Zuleger, 29. Werner Bauer, 30. Fred-Josef Pelger